Die glücklichen Tage von Samuel Beckett, Regie: Werner Düggelin , gesehen am 23.11.15 in der Box, Schauspielhaus Zürich.
http://www.schauspielhaus.ch/spielplan/premieren/592-gluckliche-tage
Die glücklichen Tage von Samuel Beckett, Regie: Werner Düggelin , gesehen am 23.11.15 in der Box, Schauspielhaus Zürich.
http://www.schauspielhaus.ch/spielplan/premieren/592-gluckliche-tage
Gesehen am 9.1.16 im Theater NO99 in Tallinn.
Ein Clown liegt auf einem Sterbebett, er wartet auf das Ende, doch es kommt nicht. Die Bühnenfläche ist rund. Er erhebt sich und geht umher mit einem Kerzenständer, diesen stellt er in die Mitte der Bühne. Ein Mönch und fünf weitere Clowns betreten die Bühne mit etlichen Gegenständen. Als ob sie den Theaterfundus geräumt hätten. Vieles tragen sie in den Händen oder schieben es in einem der zwei Einkaufswagen hin und her. Alle setzen sich gleichzeitig in Bewegung und gehen auf der Bühne im Kreis, nahe am Rand. Einer der Clowns zieht den sterbenden Clown hinter sich auf einer Decke. Dieser Marsch dauert sehr lange, nach ca. 20 Minuten unterbricht der sterbende Clown seine Untertanen. „Nicht genug, nicht genug“, schreit er. Seine Untertanen begreifen nicht, sind erschöpft, wissen sich nicht zu helfen. Die Bühne beginnt zu drehen, alle richten sich irgendwie auf der Bühne häuslich ein mit ihren Gegenständen. Lange passiert in diesem Stück nicht viel. Dramaturgisch sehr einfach aufgebaut: Gegenstände ohne sichtlichen Nutzen werden von Ort zu Ort getragen, verlegt etc. Die Figuren sprechen nicht und beschäftigen sich lange mit einer Aufgabe, dem Verlegen ihrer Gegenstände.
Es scheint, als versuchten die Clowns und der Mönch auf diese Weise ihrem Oberclown, dem Sterbenden gerecht zu werden. Ein Kreuz wird errichtet.
Später zeigt sich, dass jede Figur ihre Eigenheit hat. Der eine jammert beispielsweise immer und geht gebückt und die eine geht steif wie eine Puppe und hat Spangen in den Mundwinkeln, was ihr das Schliessen des Mundes unmöglich macht. Die Geschlechter spielen vorerst keine Rolle. Bei einer Figur war zu Beginn nicht klar, ob es sich um einen männlichen oder weiblichen Darsteller handelt.
Der Oberclown hat Macht über seine untertänigen Clowns, weil er deren Hoden in Form von farbigen Bällen besitzt. Dem jammernden Clown gibt er sie zurück. Handlungen setzen ein. Viel des Gespielten ist zweideutig und sexistisch, was mich oft zum lachen brachte. Die Hoden werden dem Jammerer mit starkem Klebeband um das Gesäss gebunden.
Eine Figur kann Gegenstände gebären oder auskaken, jeder möchte davon etwas abbekommen. Es geht um Gier und Besitz. Schon vorher wurden zwei Figuren mit diesen Themen konfrontiert: Ich würde sie als Adam und Eva Szene deuten. Sie versuchten an einen Apfel zu kommen, um ihn nur anzubeissen.
Immer wieder stirbt eine Figur. Weil die Wehen zu stark sind, die Gedärme raushängen oder die Axt sie zerhackt hat. Sie stehen aber immer wieder auf.
Am Ende scheint alles vollbracht. Es beginnt zu regnen. In einem Kreis, ca. 1 m vom Bühnenrand entfernt, fällt Wasser. Wie eine Grenze zwischen Innen und Aussen, eine Wand aus Wasser. Die Figuren befinden sich entweder drinnen im Trockenen oder draussen im Nassen.
Der Mönch kniet vor dem Kreuz, es hört auf zu regnen. Alle anderen Figuren stehen im hinteren Teil der Bühne, welche nicht mehr dreht. Der Oberclown bittet den Mönch zu sich und vergewaltigt ihn mit Karotten. Eine brutale Szene.
Dann lädt der Sterbende alle zu einem Festessen ein. Es gibt Apfel. Der Oberclown sitzt in der Mitte und schneidet seinen Apfel gekonnt in Stücke. Der gebärende Clown mag wohl keinen Apfel und steckt sich diesen unter die Skimaske, so als ob er es aufgegessen hätte. Daraufhin geben ihm alle anderen ihre restlichen Apfelstücke, weil sie denken, er hätte noch hunger. Letztendlich ist die Skimaske voll mit Apfelstücken, was ziemlich ulkig aussieht.
Der Oberclown ist nun bereit zu sterben. Er wird auf den Tisch geschraubt. Mit Seilen wird er an allen vier Gliedern gezogen. In diesem Stück geht es sehr stark auch um Körperlichkeit und um die Folter des Körpers. Der Gebärende sägt den Oberclown in der Mitte durch, heraus kommen rote Plüschbällchen, die Gedärme. Über der Bühne hängt seit Beginn ein kleines, umgekehrtes Zirkuszelt, dieses öffnet sich nun und tausende goldene Kugeln fallen auf den Sterbenden. Er erhebt sich und badet gemeinsam mit dem Gebärenden im Reichtum.
Ein einfaches Stück. Nichts Überraschendes aber eine starke schauspielerische Leistung. Schön anzuschauen, nicht langweilig und auch für nichtestnisch Sprechende gut verständlich, da kaum gesprochen wurde, die Bilder erzählten genug. Ein Stückchen estnischen, zeitgenössischen Theaters.
http://no99.ee/productions/no42-production-by-ene-liis-semper
Hello dear Baltic-Fans,
my father runs a GmbH called BaltArt. The goal is to bring baltic Art and literature to Switzerland and german speaking areas. At the moment the focus is more on books. A lot of baltic literature has already been translated into german and one swiss bestseller is available in Lithuanian language. Check out the website for more information or ask me. If you’d like to order a book, write an e-mail to my father (maildresse on homepage) or a message to me.
http://www.baltart.ch/?lang=de
sadly it’s not not jet in English but in German, so just ask. Have fun exploring BaltArt GmbH.
https://www.facebook.com/BaltArt-Switzerland-227528817314…/…
Eine Freundin verbrachte ein Semester in Malaga um dort zu studieren. Ich besuchte sie mit einer gemeinsamen Freundin für fünf Tage.
Malaga liegt im Süden Spaniens, dementsprechend war es Ende Mai schon ziemlich warm. Unsere Freundin zeigte uns ihre lieblings Plätze, Cafés, Läden und vieles mehr. Während sie am Tag manchaml an die Uni musste, schlenderten wir zu zweit umher, giengen schoppen, lagen am Strand und genossen das spanische Leben. Abends tranken wir guten Wein, zum Beispiel als Mixgetränk Tinto de Verano und assen haufenweise Tapas. Davon kann ich gar nicht genug kriegen.
Malaga eignet sich super für einen Städtetrip. Man kennt sich rasch gut aus in der Innenstadt und entdeckt doch immer wieder neue Geschäfte und Restaurants in den teils engen Gassen. Bis zum Meer war es von der Innenstadt ein kurzer Fussmarsch. Die Neustadt besuchten wir nicht all zu oft. Dort befindest sich allerdings das Museum für zeitgenössische Kunst, welches absolut empfehlenswert ist. Der Eintritt ist kostenlos, es ist klimatisiert und die Ausstellungen in den hohen Räumen sind garantiert alle toll. (Jene im Mai war es allemal.)
Ich bin sehr froh darüber, dass wir sozusagen einen Localguide hatten. Auf diese Weise entdeckt man Orte fernab der Touristenströme, wie zum Beispiel das Microteatro, in dem 15 Minuten dauernde Theaterstücke in winzigen Räumen für 3-4 € gezeigt werden (siehe: https://saimalinnea.wordpress.com/2015/10/18/uebrigens-gesehen/).




Alcazaba







Ruine Teatrum Romanum




Mit dem Institut für Theaterwissenschaft der Universität Bern besuchte ich im Rahmen eines Seminars das Berliner Theatertreffen im Mai 2015. Wir schauten uns jeden Abend eine Vorstellung an und sprachen am nächsten Tagen ausgiebig darüber. Zudem erhielten wir eine Führung am Deutschen Theater und konnten ein Gespräch mit der Leiterin des Theatertreffens, Yvonne Büdenhölzer, führen. Es war eine sehr spannende aber auch anstrengende Woche und doch konnte ich die eine oder andere Ecke Berlins neu entdecken.





P.S. Und sollte einen der Durst nach einer Vorstellung im Festspielhaus plagen, so kehre man in die kleine Philharmonie gleich daneben ein.
In der PfadfinderInnenbewegung besucht man Kurse, sei es um als Leiter oder Leiterin einer Truppe Neues zu lernen oder den persönlichen Fortschritt zu fördern und den Charakter zu stärken. Es ist mehr als nur ein Lager. Theorie und Praxisblöcke wechseln sich ab und sind oft in ein Motto eingebunden der als Roterfaden die Tage verbindet. Ein Kurs dauert meistens 10 Tage. Im Frühling 2015 besuchte ich meinen sechsten Kurs als Teilnehmerin. Dieser Kurs nennt sich Panoramakurs und ist ein Pfadikurs, während beispielsweise der Basiskurs und der Aufbaukurs, welche vorher besucht werden müssen, J&S Kurse sind. Im Panoramakurs treffen sich Pfadileute, um herauszufinden wohin es einen in der Pfadi (noch) zieht, um neue Ideen zu erhalten und für längere Zeit wiedermal nur unter Pfadileuten zu sein und dies ohne auf Kids aufpassen zu sollen.
Der Panoramakurs, den ich besuchte, fand gemeinsam mit serbischen Pfadfindern und Pfadfinderinnen im Tara Nationalpark in Serbien statt. Sie kennen das Kurssystem nicht und haben auch viele andere Unterschiede zu der Schweizer Pfadibewegung. Dies war sehr spannend zu ergründen. Es war toll sich auf Basis einer gemeinsamen Sache austauschen und doch Unterschiede ausmachen zu können. Wir führten viele Gespräche über unsere Organisationsformen, Rituale und Traditionen, Spiele und Lieder. Die serbische Pfadibewegung pflegt beispielsweise noch ältere, militärnahe Formen bei der Aufstellung oder der Begrüssung, in der Schweiz haben wir das so gut wie nicht mehr.
Der Nationalpark Tara ist wunderschön. Wir gelangten mit einem Bus nach einer langen Zugfahrt von Zürich bis Belgrad dorthin. Im Pfadiheim der Izvidjacki Zaovine verbrachten wir 10 Tage, wovon eine Nacht auswärts war im Rahmen des Roverproject. Während diesen zwei Tagen wurden in Gruppen Challenges bewältigt, welche sich die Gruppe selber definierte, um gemeinsam Ziele zu erreichen. Während diesen Tagen sahen wir etwas von der winterlichen Landschaft des Tara Nationalparks, der im Sommer wahrscheinlich gut von einheimischen und ausländischen Touristen besucht wird.
Wälder, Schnee, dann wieder karge Wiesen wohin das Auge reichte. Uns störte wirklich niemand während unserer Aufenthaltszeit. Der Schnee schmolz nach einige Tagen wieder und die Umgebung gab sich dem Frühling hin. Pünktlich zu unserem Touristday. Wir verbrachten einen Tag bei Touristenattraktionen und lernten etwas mehr von der Historie der Umgebung. Ich versuchte ein bisschen mein Serbisch zu nutzen und machte mir einen Spass daraus, wenn ich etwas Neues lernte und es immer wieder wiederholte.
Wir hatten alle untereinander schnell Freundschaften geschlossen. Ich denke der Panoramakurs ist eine sehr gute Gelegenheit, um sich ohne Druck auszutauschen und zu lernen. In J&S Kursen schien mir die Priorität immer das Erlernen von Pfaditheorie und Technik zu sein, während im Panoramakurs das Zusammensein an erster Stelle stand. So hatten wir Schweizer Teilnehmenden auch die Freiheit, um eigenständig die Taufe unserer serbischen Freunde und Freundinnen zu organisieren. Sie kennen die Tradition der Pfadinamen nicht und wurden Nachts durch uns eingeweiht und erhielten sogleich ihre eigenen Pfadinamen.
Eine weitere schöne Erinnerung an diese Zeit ist einer der ersten Abende, an dem wir nationale Spezialitäten beider Länder assen und tranken und uns gegenseitig Sketches mit typischen Klischees vorführten. Es war wirklich lustig auch zu sehen, wie einfach Schweizer Geschichten und Arten dargestellt und übermittelt werden können.
Leider verging die Zeit im Tara Nationalpark auch wieder sehr schnell und es hiess Abschied nehmen. Alle hatten voneinander viel gelernt und ich wünsche mir, dass man sich wiedermal über den Weg laufen wird, ob in der Schweiz oder in Serbien.












Meine Mutter feierte im Januar 2015 ihren 50. Geburtstag. Aus diesem Anlass reisten wir zu zweit nach Finnland zu unserer Familie.
Echter finnischer Winter, dazu gehört: Sauna und danach in den meterhohen Schnee springen, viel Gutes essen, Glögi (finnischer Glühwein) trinken, lange Spaziergänge bei -20°C, sich um 15:00 für ein Nickerchen hinlegen, da es eh schon finster ist, dem Grossvater bei der Malarbeit an einer Ikone zusehen, finnisches Gebäck backen, dem Schneeflockentanz mit dem Blick folgen, mit dem Patenjungen bis es dunkel wird im Schnee Wintertrolle fangen und vieles mehr. Meine Mutter kam zudem in den Genuss zu ihrer Geburtstagsfeier mit einem Motorschneeschlitten chauffiert zu werden. Finnland ist zu jeder Jahreszeit eine Freude und ein Genuss!







Bernstein von Liao Yimei, Regie: Meng Jinghui, Gastspiel der Beijing Young Dramatists Association im Rahmen der internationalen Gastspielreihe „Civil Twilight“, gesehen am 18.11.15, im Schauspielhaus Zürich.
Obwohl ich dem Chinesischen nicht mächtig bin, konnte ich dank den Übersetzungen, die auf Bildschirmen zu sehen waren, der Handlung gut folgen. Ein junger Mann, hält sich für den Besten, kann jedes Mädchen haben verliebt sich dann doch in ein Unscheinbares, welches ihn regelmässig während seines Spitalaufenthalts besucht.
Die Inszenierung war geprägt durch Lichteffekte, stilisierte Bühnenbilder, Tänze und andere Choreos. Für das westliche Auge war es spannend einen Einblick in die asiatische Körperlichkeit und Spielweise zu erhalten.
http://www.schauspielhaus.ch/spielplan/stucke-a-z/619-bernstein
Meine Studienwahl.
Der Trailer der Löölishow!
Im Newsletter der IGSU (IG saubere Umwelt), geschrieben von Pamela Schefer.

Studentin, Regieassistentin, Künstlerin, Köchin, Autorin, Weltenbummlerin, Politikerin, Kulturlokal-Betreiberin und IGSU-Botschafterin: Das alles ist Saima Sägesser. In ihrem «Sägesser-Stöckli» in Langenthal organisiert sie Lesungen, Kunstausstellungen und Schreib-Workshops. Als Studentin der Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte ist sie auch selbst häufig als Malerin und Autorin tätig. Ihre Werke und Erlebnisse hält sie regelmässig auf ihrem Blog fest, wo sie neben künstlerischen auch kulinarische Ideen postet. Als Mitglied der SP Langenthal ist sie auch politisch aktiv. Die Umwelt liegt Saima Sägesser am Herzen. Seit Mai 2014 ist sie deshalb als IGSU-Botschafterin unterwegs und sensibilisiert Passantinnen und Passanten für Littering und Recycling. «Es macht Spass, Menschen auf eine nette Art und Weise auf das Littering-Problem aufmerksam zu machen», erzählt die 22-Jährige. «So wird man häufig in spannende Gespräche verwickelt.» Sehr gefreut hat Saima Sägesser beispielsweise die Reaktion eines Jungen, als sie während einer Pausenaktion einer Gruppe Kindern erklärte, was aus korrekt recycelten PET-Flaschen hergestellt wird: «Er war erstaunt über die Möglichkeiten und meinte ‹Mega cool, das erzähle ich gleich meinen Eltern›.»
Ein Ergebnis des Kollektivschreibens aus dem Workshop für szenisches Schreiben.
Stellenspaltung – geschrieben von 10000 Affen, einem Stein und zwei Antilopen.
In einem Vorlesungssaal. Zwei Studenten sitzen still und zuhörend da, hinter ihnen stehen ihre jeweiligen Stimmen (A und Baum) und unterhalten sich. Vorne steht ein halber Elefant als Dozent und hält eine Vorlesung über Gentechnik. Die offene Hälfte ist mit Frischhaltefolie vakumiert.
A: Also, zu meiner Zeit hatten wir noch ganze Elefanten!
Baum: Das liegt an der üblen Wirtschaftlage. In Peking haben sie 2100 Fabriken zugemacht, jetzt kann man nur noch die Hälfte produzieren. Die bestehenden Elefanten hat man aus Ressourcenmangel halbieren müssen.
A: Hab gehört seine andere Hälfte referiert nebenan über das Klonen von Regenwürmern.
Der halbe Elefant spricht mit einem Sprechfehler mangels halbem Mund, nuschelt unverständlich vor sich hin.
Studenten schreiben wie wild auf ihren Laptops los, spähen auf die PCs ihres Gegenübers.
Alte Frau von hinten: WAT HAT ES GESAGT?!
Baum: Psst! Ist ja ganz einfach:
Das Licht verändert sich auf dramatische Weise und richtet sich auf Baum.
Baum: Jedes arbeitsfähige Wesen arbeitet heute rund um die Uhr, wenn möglich sogar doppelt. Daher tritt der natürliche Fortpflanzungstrieb in den Hintergrund und fällt in die Hände der Wissenschaft. Jene Leute, die, rund um die Uhr und sogar doppelt im Labor arbeiten, können aber dem Bevölkerungsschwund entgegenhalten, indem sie in Reagenzgläsern menschliche Phöten anpflanzen – wie bei den Williamsbirnen.
A: Ja, ja, genau. Die Reagenzgläser sind aus bestem chinesischen Porzellan hergestellt. Dessen Mikrostruktur dehnt sich mit dem Wachstum des Phötus aus. Später nimmt es die Form des Embryos an. Sobald das Baby alleine lebensfähig ist, wird seine Porzellanfassung von mindestens hundertjährigen Zen-Meistern bemalt, denn die spezielle Zittertechnik ist unabdingbar.
Baum: Die Babies in ihren bemalten Porzellenhüllen können dann in verschiedenen Discounter-Supermärkten bezogen werden. Habe selber schon ein paar gesehen, mir sogar überlegt, ein paar Babies mitzunehmen. Aber bei jeder dieser Gelegenheiten hatte ich Hunger und habe mir stattdessen etwas zu Essen gekauft; ein Brötchen oder einen Salat, für die Gesundheit.
A: Wie dem auch sei, ähm, Traditionsgemäss werden sie nach Kauf an einem Seidenfaden kopfüber aufgehängt und die glücklichen Eltern schlagen mit kleinen Plastikhämmern die bemalte Porzellanhülle kaputt. Dies kann bis zu einem Tag dauern, womit die natürlichen schmerzhaften und andauernden Wehen nachempfunden werden.
Baum: Das frisch herausgebrochene (erbrochen) Baby muss zur Registration bei der städtischen Verwaltungszentrale für Migration, Verkehr und nachhaltige Entwicklung vorgezeigt werden, wo es auf Produktionsmängel untersucht. Als Gütesiegel wird ein Chip am Ohr befestigt. Die Schweiz garantiert die asiatische Herkunft des Produkts. Folglich sind alle Kinder made in China.
Lichtwechsel. Die Sitzung ist längst beendet. Der Elefant hat sich längst mit seiner besseren Hälfte in der Mensa getroffen, um mit ihm dem Sonnenuntergang entgegenzulaufen.
Freitag und Samstag Nachmittag (4./5.12.15) arbeiteten Studenten und Studentinnen der Theaterwissenschaft an szenischen Texten. Surreales sowie Realistisches entstand. Die Texte wurden am Samstagabend im Keller dem Publikum vorgetragen. Ein zweiter Anlass in Form des Workshops ist für den Frühling geplant.
Fotos: Gianna Grazioli und Samuel Betschart
«Bürger der Republik Finnland» – eine «Novelliade»des grossen finnlandschwedischen Modernisten Elmer Diktonius: Der Langenthaler BaltArt-Verlag gibt in seiner Baltischen Bibliothek Bücher aus dem Ostseeraum heraus. Erstmals hat er nun ein Werk aus Finnland veröffentlicht. Der teilweise in Tallinn lebende Berner Journalist, Historiker und Germanist Daniel Sägesser hat die Novellensammlung aus dem schwedischen Original übersetzt. Er stellte das Buch vor und las daraus auf Deutsch. Die kurzen Textpassagen aus dem schwedischen Original «Medborgare i republiken Finland» las der Berner Historiker Markus Althaus.

Daniel Sägesser, Foto: Hans Mathys