Serbien 2015

Reisen

In der PfadfinderInnenbewegung besucht man Kurse, sei es um als Leiter oder Leiterin einer Truppe Neues zu lernen oder den persönlichen Fortschritt zu fördern und den Charakter zu stärken. Es ist mehr als nur ein Lager. Theorie und Praxisblöcke wechseln sich ab und sind oft in ein Motto eingebunden der als Roterfaden die Tage verbindet. Ein Kurs dauert meistens 10 Tage. Im Frühling 2015 besuchte ich meinen sechsten Kurs als Teilnehmerin. Dieser Kurs nennt sich Panoramakurs und ist ein Pfadikurs, während beispielsweise der Basiskurs und der Aufbaukurs, welche vorher besucht werden müssen, J&S Kurse sind. Im Panoramakurs treffen sich Pfadileute, um herauszufinden wohin es einen in der Pfadi (noch) zieht, um neue Ideen zu erhalten und für längere Zeit wiedermal nur unter Pfadileuten zu sein und dies ohne auf Kids aufpassen zu sollen.
Der Panoramakurs, den ich besuchte, fand gemeinsam mit serbischen Pfadfindern und Pfadfinderinnen im Tara Nationalpark in Serbien statt. Sie kennen das Kurssystem nicht und haben auch viele andere Unterschiede zu der Schweizer Pfadibewegung. Dies war sehr spannend zu ergründen. Es war toll sich auf Basis einer gemeinsamen Sache austauschen und doch Unterschiede ausmachen zu können. Wir führten viele Gespräche über unsere Organisationsformen, Rituale und Traditionen, Spiele und Lieder. Die serbische Pfadibewegung pflegt beispielsweise noch ältere, militärnahe Formen bei der Aufstellung oder der Begrüssung, in der Schweiz haben wir das so gut wie nicht mehr.
Der Nationalpark Tara ist wunderschön. Wir gelangten mit einem Bus nach einer langen Zugfahrt von Zürich bis Belgrad dorthin. Im Pfadiheim der Izvidjacki Zaovine verbrachten wir 10 Tage, wovon eine Nacht auswärts war im Rahmen des Roverproject. Während diesen zwei Tagen wurden in Gruppen Challenges bewältigt, welche sich die Gruppe selber definierte, um gemeinsam Ziele zu erreichen. Während diesen Tagen sahen wir etwas von der winterlichen Landschaft des Tara Nationalparks, der im Sommer wahrscheinlich gut von einheimischen und ausländischen  Touristen besucht wird.
Wälder, Schnee, dann wieder karge Wiesen wohin das Auge reichte. Uns störte wirklich niemand während unserer Aufenthaltszeit. Der Schnee schmolz nach einige Tagen wieder und die Umgebung gab sich dem Frühling hin. Pünktlich zu unserem Touristday. Wir verbrachten einen Tag bei Touristenattraktionen und lernten etwas mehr von der Historie der Umgebung. Ich versuchte ein bisschen mein Serbisch zu nutzen und machte mir einen Spass daraus, wenn ich etwas Neues lernte und es immer wieder wiederholte.
Wir hatten alle untereinander schnell Freundschaften geschlossen. Ich denke der Panoramakurs ist eine sehr gute Gelegenheit, um sich ohne Druck auszutauschen und zu lernen. In  J&S Kursen schien mir die Priorität immer das Erlernen von Pfaditheorie und Technik zu sein, während im Panoramakurs das Zusammensein an erster Stelle stand. So hatten wir Schweizer Teilnehmenden auch die Freiheit, um eigenständig die Taufe unserer serbischen Freunde und Freundinnen zu organisieren. Sie kennen die Tradition der Pfadinamen nicht und wurden Nachts durch uns eingeweiht und erhielten sogleich ihre eigenen Pfadinamen.
Eine weitere schöne Erinnerung an diese Zeit ist einer der ersten Abende, an dem wir nationale Spezialitäten beider Länder assen und tranken und uns gegenseitig Sketches mit typischen Klischees vorführten. Es war wirklich lustig auch zu sehen, wie einfach Schweizer Geschichten und Arten dargestellt und übermittelt werden können.
Leider verging die Zeit im Tara Nationalpark auch wieder sehr schnell und es hiess Abschied nehmen. Alle hatten voneinander viel gelernt und ich wünsche mir, dass man sich wiedermal über den Weg laufen wird, ob in der Schweiz oder in Serbien.

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Buffet mit verschiedenen Spezialitäten

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Blick aus dem Pfadiheim in Zaovine im Tara Nationalpark

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Während des Roverprojects

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Während des Roverprojects: unsere social Challenge war den einheimischen Girlscouts in Baijna Basta ein Abendessen zu kochen und sie kennenzulernen. Wir durften bei Ihnen im Pfadiheim übernachten. 

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Touristday, im Hintergrund das Pfadiheim in Zaovine im Tara Nationalpark

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