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1. August 2024: Rede an der städtischen Bundesfeier

Grüessech mitenang

Dr 1. Ougust isch e Tag zum fiire. Mir fiire d’Vöouhfauht, Begägnige, Gmeinschaft, d’Politik und ganz augemein s’Läbe i üsere wunderschöne und sichere Schwiz. Aber während mir hie fridlech chöi zäme si, erläbe Mönsche ufdr Flucht Pushbacks und Gwauht a Gränzene. I föoune Länder herrsche Chriege, wäge Diktatore und autoritäre Herrscher, wäge Religion, Gäud, Rohstöff und Land. D’Schwiz isch sit fasch 200 Johr Chriegsfrei. E Tatsach wo nur wenigi Staate mit üse teile. I stöue e These uf, worum mir solang friedlech u ohni Chrieg si uscho: Ir Schwiz läbe nämlech öppe 2.4 Millione Usländerinne ir ständige Wohnbevöukerig. Das isch öppe e Viertu vor Schwizer Wohnbevöukerig. Vode 6.5 Millione Schwizer*inne hei 20% e Doppubürgerschaft, auso none zwöiti Nationalität. I gloube, dass die spannendi und vöoufäutigi Zämesetzig vor Bevöukerig dezue bitreit, dassmer äbeh friedlech zäme läbe, dassmer enang respektiere und ufenang ufpasse. Ir Schwiz lehremr föu Härkünft, Kulture u Geschichte kenne. Mir lehre vonenang, übernäh Ateile us angerne Kutlure, verschmöouzes mit schwizer Traditione und kreiere so e Wouhfüeuh Gsöuschaft, im beste Fau für aui.

Hüt morge hani dörfe im Haslibrunne schone Asproch zum 1. Ougust haute. I ha dört überd Gmeinschaft gredt. I betone das so, wöui dr Iidruck ha, dassmer bids d’Gmeischaft, s’Gmeinschaftsgfüueh und s’Gmeinwoh usde Ouge verlüre i üsere Gsöuschaft. Mir fördere Vereinzelig, betone s’Eigete, s’Einzige unds «Miis», statt s’Gmeinsame und «üses». Debi isch dr Grund füre 1. Ougust jo äbeh grad d’Gmeinschaft. Statt allei, gsschider zäme. Statt nur für sich luege, gschidr ufenang. I wünschemer, dassmer wider meh üs ufs Gemisname besinne und Gmeinschafte und Begägnigsrüm sueche und fördere. S’Haslibrunne isch wiene Swiss Minature für mih. Dört böoudet sech ou Vöouhfauht vor Gsöuschaft ab, einige bruche Ungerstützig vom Pflegpersonau, angeri weniger, wie ou ir grössere Schwitz, einige meh Ungerstützig vom Staat bruche.

I möchte d’Schwitz hüt defür fiire, dass si vöouhfäutig isch, mir fridlech chöi zäme läbe und dr 1. Ougust e Momänt vor Geminschaft ermöglecht. Für mi isch dr Erschd Ougust e Tag zummi vergägewärtige, wie wunderschön üsi Natur zum Bispöuh isch. Wie sicher, zmingst düre Dag, üsi Städt si. Wie guet üses Böudigs- und teilwis ou Gsundheitssystem isch. Verbesserigspotentiau gids mire Meinig noh aber gnueh:

mir bruche e Einheitschrankekasse, meh öffentlechi und bezauhbari Chinderbetreuig, meh Finanze ir Kultur, transparänti und vereifachti Ibürgerige, weniger Fleischkonsum und e Individuaubestürig, um nur es paar Momänte znenne.

S’tolle ar Schwitz isch, das die Voujährige vode 6.5 Millione Schwizerinne s’Stimm und Wauhrächt hei und genau über so Sache chöi abstimme. Das si öppe 5.5 Millione Erwachsni mitme Schwizerpass. Devo geit aber nidmou d’Höoufti go abstimme und wähle. Das heisst auso, dass bire Gsamtbevöukerig vo 8.7 Millione gradmou 2.3 Millione göh go wähle und abstimme. Es isch auso öppe nume e Viertu vor sässhafte Schwizer Wohnbevöukerig, wo für aui Entscheide fäuht und mitbestimmt. Dass das nid repräsentativ isch, isch klar.

Am 1. Ougust fiiri üses politische System mitme lachende undme grännende Oug. Üses System loht Mitbestimmig und Iifluss zueh, aber de doch leider nume für Einige und die widerum dües när nid aui nütze.

Löhtnis dorum im Herbst hie z’Langethau es Gägebispöuh si. Wie dir sicher scho wüsst, steitnis wider e Wauhkampf bevor. 4 vo 7 Gmeindrotssitze wärde nöj bsetzt und ou im Stadtrot gids sicher Veränderige. Die chöit dir mitbestimme, idämdr göht go wähle. S’Parlamänt und d’Regierig söue schliesslech e sAbböud, e Querschnitt vor Langenthaler Bevöukerig si. I bitte auso aui, wo chöi, dassdr wählet und öjes Umfäud animieret, das ou zmache.

Bevord Wahle si, heimer none Abstimmig z’Langethau. Nämlech chöme die beide Leistigsverträg vor Bibliothek Langethau und vom Stadttheater Langenthau vors Vouk. Au vier Johr wärde dVerträg mitm Kanton und dr Region nöj gmacht. Ou das isch es Sterchi vor Schwitz. Dr Staat förderet nämlech kulturelli Institutione und kulturells Schaffe, är grift aber nid id Inhäut ih und respäktiert d’Kunstfreiheit.

Wo dr Staat aber muess igriffe, isch bi Hass und Gwauht. Dass die jungi Tat und angeri rächstextremi Gruppe sichtbarer und aktiver wärde, macht mir und hoffentlech öich aune Sorge. Dr Faschismus isch i föoune Länder lüter, nöcher und gfährlecher worde. Ouz Langethau fauhe bispöuswiis vermehrt faschistischi, mönschefeindlechi und rächstextremi Chläber uf. Dorum, löhtnis hie einisch und für immer festhaute, Faschismus het in Langethau ke Platz. Faschismus het am 1. Ougust kei Platz. Faschismus het ir Politk kei Platz. Dorum, löhntnis fridlech lo fiire und göht go wähle. Danke.

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1. August 2024: Rede im Haslibrunnen

Grüessech mitenang

Härzleche Dank fürd Iladig zur 1. Ougust-Fiir hie im Haslibrunne. S’Haslibrunne isch e immens wichtigi Institution in Langethau. Nid nume, wöusi ihrem Zwäck entsprächend Wohne und Pflege für Mönsche im Ruhestand mit höchstem Standard ermöglecht, sonder wöusi Begägnie schafft, generationenübergrifend dänkt und agiert und meh isch, aus es klassischs Autersheim. Umso meh hetsmi gfröit, dassi bi agfrogt worde hie härezcho.

Ou hüt wider hets Haslibrunne gschafft, e Vöuzauh vo Mönsche a dä 1. Ougust Brunch zlocke und zämezbringe. Für die Zit ids, simer e mehr oder weniger zuefäuigi Gmeinschaft, mir löhnis ufenang ih, mache schöni Erläbnis und näh hoffentlech gueti Erinnerige mit. Die Zuefäugi Gmeinschaft isches, wo mir am 1. Ougust wichtig isch.

Gmeinschafte, Communities sis wos Haslibrunne starch mache. I stöue mir s’Haslibrunne echli wiene WG vor, wo Mönsche i ähnlechem Auter zäme läbe und so e Gmeinschaft böude. Dir chöit hie ufnang ufpasse, öich gägesitig ungerstütze, vonang lerne, aber heit ou öji Rückzugsmöglechkeite. Eigentlech ischs Haslibrunne e Swiss-Miniature. Jedes het sis Plätzli aber ou Ruum für Begägnig und Ustusch. U wie ou süsch i üsere Gösuschaft, bruche döu bids meh Ungerstützig aus angeri. S’Haslibrunne aus Swiss Miniature isch es schöns Bispöuh fürne Gmeinschaft.

I betone das so, wöui dr Iidruck ha, dassmer bids d’Gmeischaft, s’Gmeinschaftsgfüueh und s’Gmeinwoh usde Ouge verlüre i üsere Gsöuschaft. Mir fördere Vereinzelig, betone s’Eigete, s’Einzige unds «Miis», statt s’Gmeinsame und «üses». Debi isch dr Grund füre 1. Ougust jo äbeh grad d’Gmeinschaft. Statt allei, gsschider zäme. Statt nur für sich luege, gschidr ufenang. I wünschemer, dassmer wider meh üs ufs Gemisname besinne und Gmeinschafte und Begägnigsrüm sueche und fördere. Schön, sit dir hüt aui do, um fürne Zit e Gmeinschaft z’si.

Natürlech, e Gmeinschaft si, bedütet nid, dassme gäng dr gliche Meinig muess si, s’gliche ässe sött gärn ha oder dr glich Läbensentwurf sött verfouge. Umso wichtiger isches, dassmer ufdr Basis vor Gmeinschaft, es System het, wod Vöoustimmigkeit zueloht, abhout u ifoht. Üses politische System erloubt das, fürne usgsuechti Gruppe.

Gärn möchti uf zwöi wichtigi politischi Momänte usdr letzte Zit igoh.

Im Novämber 2021 isch d’Pflegeinitiative agnoh worde. Das isch die ersti gwärkschaftlechi Initiative gish, wo je isch agnoh worde. Ufd Umsetzig vode Forderige nach bessere Usböudige, Arbeitsbedingige und Witerentwickligsmöglechkeite im Pflegbruef müessemer leider no bids warte. I hoffe aber fest, dass de grad ous Pflegpersonau hier im Haslibrunne vode Massnahme cha profitiere. Dr Bruef muess attraktiv blibe, het me Wärtschetzig verdient und isch üsi Zuekunft. Mitm stigende Durchschnittsauter ir Gsöuschaft wärdemer no gäng wie meh agwise si ufd Mönsche i Pflegbrueüf. A dere Stöu, merci föouh mouh für öji Büez.

Aber nid nume dä Teil vode Mönsche hier im Haslibrunne erläbt Verbesserige. Dä Früehling isch die 13. AHV-Ränte agnoh worde. Si ermöglecht föune Mönsche im Ränteauter wo im Präkariat läbe, bids meh Sicherheit und Stabilität. Wöu grad nachme ereignisriche und voue Läbe ir Bruefswäut, ir Sorgearbeit oder ou nachme aktivistsiche Läbe, söttme grad nid müesse jede Rappe umchehre, sondern unbedingt die verblibendi Zit ganz genau so isetze chönne, wies eim dient. I hoffe auso, dass d’ Bewohner*inne im Haslibrunne vor 13. AHV chöi Gebruch mache.

Villech mögeternech ou chli ad Debatte im Abstimmigskampf erinnere. Eingie hei gseid, si lehne die 13. AHV Ränte ab, wöu sis nid bruche. Aber wemer nume mit dere Istellig würde Politik mache, Gsöuschaft witerentwickle und Veränderige wöue asträbe, blibemer stoh. Mir dörfe debi nid nume drah dänke, was mir dient, sondern was föoune dient. Und mir söue ou nid dänke, «dasses jo scho immer so sig gsih» oder «dassme die und die Verbesserig ou nid gha heig, auso söues ids angeri ou nid ha». So chömemmr nid witer. Und do chunt dr generationeübergrifend Ustusch is Spöou. Es schafft Verständnis fürd Sroge vor hüttige Jugend und fürd Burn-Outs vode Milenials und dLäbeserfahrige vode Babyboomer und öutere Generatione.

Begägnisrüüm heimer mehrerei im Stadtzäntrum. Nid nume hies Haslibrunne, sondern ou sit däm Summer mobili Begrüenig mit Sitzglägeheite. E Vorstoss vode SP-Grüene Fraktion. Es isch so schön z’gseh, wie verschidini Lüt uf dene Houezlemänt chille, rede, picknicke, Chinder wickle, umeturne undse so zu ihrne mache. E Vöufauht vor Gsöuschaft wird so sichtbar. I hoffe, dass ou d’Bewohnerinnen vom Haslibrunne die tolle Houzelemänt schätze undse bruche.

Mir isch aber ou bewusst, dass s’Stadttzentrum nid num zuegänglech isch. Es het für Mönsche mit igschränkter Mobilität fei e chli Hürdene und Umwäge. I hoffe mir chöi in Zukeunft dr öffentlech Stadtruum inklusiver gstaute. Mit mehr Begägnisrüüm chöimer nöji Wäge goh, zrugg zure Gmeinschaft.

Ous Halsibrunne isch nöji Wäge gange mit däm spannende Nöjbou hie. Wahrschinlech ischs ou für mängi Bewohnerin e nöje Wäg, wo beschritte wird, sobaudme hie häreziet, i die Swiss Miniatur WG. E Nöje Wäg, Nöjland oder aber ou e Nöjstart. Es isch es wichtigs, villech s’ledschde Kapitu im Läbe, hie dörfe zwohne und zur Rueh cho.

I setzemi säuber föouh mitm Thema «Pouse mache» usenang E Pouse mache isch nid nume öpiss passivs, oder Fulänze. Pouse mache cha ou sehr aktiv si, z.B. Sport mache, Mölele, Gärtnere, soziale Ustusch ha. Für jedes vo üs isch Pouse mache öpiss angers. Houptsach d’Situation erloubt eim obe abezchoh und sech z’entspanne. SpHasliburnne cha ou meh si aus nur es Vorböud fürnes akitvs Läbenskapitu, sondern ou fürs Pouse mache us gniesse. I stöeuemr vor, dassme hie cha zur Rueh cho; ändlech Pouse mache, weme das wott; nöji Hobbies lerne; Fründschafte schliesse; huufe Spaziergäng mache und im beste Fau das Kapitu hie im Haslibrunne aus Nöjstart im eigete Läbe erläbe, wöu hie fingt jo bekanntlech s’Läbe statt.

E Nöjstart wird Langethau das Johr ou erläbeh. Im Oktober wird wider gwäuht. 4 vo 7 Gmeindrotssitze si nöj z’Bsetze und ou im Stadtrort wirds Veränderige gäh. E Chance fürne Nöjstart. A dere Stöu möchti öich bitte, göht go wähle. Düet öjes Umfäud animiere zwähle. Mir fiire hüt dr erst Ougust, aus Gmeinschaft, generationeübergrifend. I möcht d’Schwiz hüt ou defür fiire, dass mängi vo üs, dörfe wähle. Mini Bitt a öich isch auso, dassdr im Herbst vo öjem Wauhrächt Gebruch machet.

Weimer es Wettkämpfli drus mache? jedes vo üs hie ine, wird ei witeri Person animiere und motiviere, z’wähle. Das wär toll! Wöui nid nume s’Haslibrunne söu e Swissminiature dörfe si, sondenr ous Parlamänt und Regierig sötte eini si. Nämlech es Abböud, e Repräsentanz vor Vöoufauht vo Langethau.

Dr 1. Ougust isch e Tag zum fiire. Mir fiire d’Vöouhfauht, Begägnige, Gmeinschaft, d’Politik und ganz augemein s’Läbe i üsere wunderschöne und sichere Schwiz, i üsem wunderschöne und sichere Langethau.

Merci föouh mouh fürd Iladig und öji Ufmerksamkeit.

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1. August 2024

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Rede 1. Mai 2024

Heute muss ich keiner Lohnarbeit nachgehen. Da ich in Zürich angestellt bin, habe ich das Glück in einem der wenigen Kantonen in der Schweiz zu arbeiten, die den 1. Mai als freien Tag gesetzt haben. Der 1. Mai wäre offiziell ein Ruhetag. Doch gerade am 1. Mai ruhen wir nicht. Es ist der Feiertag der Gewerkschaften, Sozialdemokrat*innen und Arbeitnehmerinnen.

Gerade in Zürich, nutzen viele diesen freien Tag, um auf die Strasse zu gehen, laut zu sein, zu fordern. Richtig so. Der 1. Mai ist ein Kampftag für bessere Arbeitsbedingungen, gegen den Kapitalismus und für ein Leben, das sich lohnt. Es ist wichtig und richtig, dass der 1. Mai für diese Anliegen genutzt wird.

In Langenthal versuchten wir im Stadtrat 2019 vergeblich während der Revision des Personalregelements wenigstens einen halbe Ruhetag für die Angestellten der Stadt zu erwirken. Auch in Bern ist der 1. Mai kein freier Tag. Das heisst also, dass 1. Mai-Feiern und Märsche an Randzeiten gedrückt werden, nach der Arbeitszeit noch obendrauf gesetzt werden, einen Mehraufwand fordern oder von Arbeitnehmer*innen den Einsatz eines Ferientags abverlangen.

Ja natürlich, das ist ein Preis, den wir zu zahlen haben, wenn wir Veränderung wollen. Wir haben uns dafür entschieden, unsere Zeit und Energie einzusetzen, um Verbesserungen zu erwirken, jenen Stimme geben, die weniger Möglichkeiten haben. Wer fehlt denn hier zum Beispiel an der 1. Mai Feier: Menschen in Schichtbetreiben und aus dem Dienstleistungssektor. Diese Menschen sind oft strukturell ausgeschlossen aufgrund ihrer Arbeitszeiten, die sich dann auch noch in einem Niedriglohsegment bewegt. Für jene, müssen wir laut sein.

Am 1. Mai wird ein Ungleichgewicht bewiesen. Während Arbeitnehmer*innen in Zürich am 1. Mai auf die Strasse gehen können, lassen Aktionär*innen ihr Geld für sich arbeiten und Multis können Bonis kassieren, währende land auf landab an den meisten Orten gearbeitet werden muss. Übrigens ist auch hier die Schweiz wieder total ab vom europäischen Konsens: unsere Nachbarländer machen alle am 1. Mai frei.  

Ich bin der Meinung, wir sollten nicht nur tiefere Prämien und höhere Löhne fordern, sondern auch fordern, dass der 1. Mai ein schweizweiter Feiertag ist. Es wäre nicht der erste solche Versuch. Ein freier Tag für alle, hat den Vorteil, dass ihn jede Person so einsetzen kann, wie es ihr dient.

Heute ist für einige ein freier Tag, den sie für sich nutzen, um einem Hobby nachzugehen, mit Familie Zeit zu verbringen oder im Garten aktiv zu sein. Für andere ist es ein Tag des Aktivismus, des Zusammenkommens, um zu fordern und sich zu verbünden. Beides hat seine Berechtigung und beides ist enorm wichtig.

Wer sich Zeit nimmt für sich, bleibt gesünder. Krankenkassenprämien würden weniger steigen, da weniger Arztksoten anstünden. Der 1. Mai könnte also auch ein Tag des Gesundwerdens sein. Gesunde Arbeitnehmer*innen stecken der Pharma- und Versicherungslobby weniger Geld in den Rachen.

Der 1. Mai kann auch ein Tag des Nichts Tuns sein. Aktivismus kann auch im Nichts-Tun bestehen, denn was stört den Kapitalismus mehr als Menschen, die nicht endlos produktiv sind und konsumieren?

Wir sollten also jenen dankbar sein, die zu sich schauen, frei machen und nichts tun an einem solchen Tag wie heute. Und genauso sollten wir jenen dankbar sein, die heute aktiv sind, sich einsetzen und fordern. Jeder das ihre.

Umso wichtiger ist es, dass jene, die sich einsetzen, nicht ausbrennen. Es ist ein bekanntes Muster, dass jene, die schon was machen, die bereits aktiv sind und ihre Zeit und Energie z.b in die Politik investieren, oftmals für weitere Aufgaben angefragt werden. Es scheint leichter, da ein JA zu holen, als bei solchen, die noch nicht aktiv sind. Doch diese JAs sind tückisch. Nicht alle kennen ihre Grenzen, nicht alle könne auch mal Nein sagen. Da sehe ich die Verantwortung auch bei jenen, die fragen, einzuschätzen, ob das sinnvoll ist, ein weiteres JA einzufordern.

Den Aktiven wünsche ich mehr Mut zum Nein sagen, wenn nötig, mehr Selbstschutz, mehr Zeit für sich. Denn wenn wir die, die aktiv sind, ausbrennen lassen, wer bleibt dann übrig? Wir müssen Sorge tragen, zu jenen die aktiv sind. Wir müssen sie fördern, statt fordern. Wir müssen DANKE sagen. Wir müssen ganz konkrete Massnahmen verfolgen, wie z.B nur notwendige und dann effiziente Sitzungen zu führen. Wir müssen nachfragen, ob Unterstützung gebraucht wird, wir müssen uns gegenseitig stützen, die unterschiedlichen Energielevels akzeptieren und ausgleichen, so dass wir nicht ausbrennen und dass wir zusammen Veränderung für viele bewirken können!

Wie wir wissen, ist die Freiwilligenarbeit ein massgeblicher Bestandteil einer funktionierenden Gesellschaft. Uns liegen Daten des Bundesamts für Statistik von 2020 vor. Frauen leisten durchschnittlich 1,5 Stunden freiwilligen Arbeit pro Woche, Männer 0,9 Stunden. Ein Unterschied lässt sich auch im Alter feststellen: Frauen zwischen 55 und 74 Jahren leisten 2,9 Stunden Ehrenamt während Männer im selben Alter zwischen 1,3 und 1,9 Stunden aufbringen. Jüngere leisten zwischen 0,5 und 1,2 Stunden, auch da die Frauen mehr. Frauen, die noch immer den Grossteil von unbezahlter Sorgearbeit leisten und im Beruf weniger verdienen und schlechter abgesichert sind, leisten auch noch den Grossteil der unbezahlten freiwilligen Arbeit. Gleichzeitig sind Frauen doppelt so häufig wie Männer von psychischen Erkrankungen betroffen. Da besteht offensichtlich ein Zusammenhang.

Das Engagement in der Freiwilligenarbeit geht jedoch seit einigen Jahren zurück. Es braucht nicht nur in der Lohnarbeit, sondern auch in der Freiwilligenarbeit ein Umdenken, einen Systemwechsel. Wollen wir die Generation Z als Nachwuchs für die so wichtig freiwilligen Arbeit nicht verlieren, müssen wir ein ihnen entsprechendes anderes, neues Selbstverständnis leben, zu sich zu schauen, vorsichtig Energie zu investieren und nein zu sagen. Wir müssen die Art und Weise, wie wir Aktivismus und Politik neben Lohnarbeit betreiben, neu denken.

Ich wünsche mir, dass die Freiwilligenarbeit, die geleistet wird, nicht mehr für selbstverständlich befunden wird, sondern mehr Anerkennung erhält. Wir müssen den aktiven Menschen öfter DANKE sagen und sie aber auch auffordern, frei zu machen.

Auch wenn wir heute im Vergleich zu vor 100 Jahren weniger arbeiten und faktisch mehr Freizeit hätten, ist jedoch das Tempo, die Technifizierung und die Menge an Reizen, Anforderungen und Ausgaben gestiegen. In weniger Zeit, muss mehr rein passen. Alles muss schneller und noch mehr sein. Produktivität auf Kosten der Gesundheit, ist normal. Ohne eine radikale Veränderung unserer Arbeitsmoral und unserm Verständnis von freien Tagen, richten wir uns langsam aber sicher zu Grunde, ob mit oder ohne Extraaufwand für Politik und Aktivismus! Wir brauchen nicht nur bessere Arbeitsbedingungen, sondern bessere Freizeitbedingungen! Freizeit rauf, Prämien runter, Löhne rauf!

Wie immer gilt, nicht alle können es sich leisten, nicht alle haben dieselben Möglichkeiten, nicht oder weniger zu arbeiten. Gerade Menschen in prekären Arbeitsverhältnissen haben selbstverständlich keinen Kopf für Aktivismus und Ehrenamt. Und das muss sich ändern.

Frei machen, sollte nicht Verzicht bedeuten. Es sollte nicht im Vordergrund stehen, dass der Schweizer Wirtschaft ein Feiertag 600 Millionen kostet, sondern dass Arbeitnehmer*innen ausgeglichener, gesünder und glücklicher sind. Frei machen muss normal sein und nicht erst dann, wenns brennt, sondern, um gesund zu bleiben! Jede sollte es sich leisten können, Teilzeit zu arbeiten und mehr Freizeit zu haben.

Aber Freizeit ist nicht gleich freie Zeit. Einige nutzen sie für sich, gut so! Viele leisten unbezahlte Sorgearbeit. Und andere nutzen sie für Ehrenamt, super! Fakt ist, wir sollten uns nicht zwischen dem einen oder andern entscheiden müssen.  Darum brauchen wir flächendeckend eine 4-Tage Woche, 6 Wochen Urlaub und dann irgendwann das bedingungslose Grundeinkommen!

Der 1. Mai ist also auch ein Tag des Freimachens! Und ein Tag des Danke sagens! Danke!

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Langenthaler Stadtrat Politische Arbeit

Das letzte Jahr der Legislatur – das Wahljahr

Abgedruckt im RotSPecht 01/2024

Fast hätten wir in dieser Legislatur ausschliesslich weibliche Stadtratspräsidentinnen gehabt. Ein Umstand, der mich berührt und stolz macht.

Die Legislatur 2021 bis 2024 schnitt somit in Sachen weiblicher Repräsentanz nicht allzu schlecht ab, könnte man meinen. Fakt ist aber, dass der Langenthaler Stadtrat noch immer nicht mindestens zur Hälfte von Frauen besetzt ist. Von nonbinären und weiteren Menschen der LGBTQIA+-Community ganz zu schweigen.

Wir stecken nun erneut in einem Wahljahr und ihr habt es in der Hand, wen ihr in den Rat wählt und wer so eine Chance erhält, den Stadtrat zwischen 2025 und 2028 zu präsidieren und als oberste Volksvertretung zu agieren. Dabei sollten wir aber nicht aus den Augen verlieren, dass viele bereits im Vornherein davon ausgeschlossen sind, diese Chance ergreifen zu können. Mitbestimmen ist ein Privileg, das keins sein sollte. Es muss unser aller Ziel sein, mit den Wahlen 2024 die Gesellschaft, auch den Teil, der nicht wählen kann, bestmöglich abzubilden und zu repräsentieren. Nutzen wir unser Privileg, wählen und gewählt werden zu können, angemessen? Wer wird repräsentiert und wer eben nicht? Wessen Lebensrealitäten und Stimmen finden in der Politik (k)einen Platz? Und auch solche gibt es, die zwar gewählt werden könnten, jedoch durch finanzielle, zeitliche oder gesundheitliche Gründe an politischer Arbeit gehindert werden. Milizpolitik betreiben, ist eine Ehre, die man sich leisten können muss. Ich erkenne dieses Privileg. Umso mehr fühle ich mich verpflichtet dranzubleiben, trotz anstrengender Sitzungen, komplizierter Akten und endloser Monologe. Denn Herausforderungen sind auch immer Chancen. In der Milizpolitik lässt sich ansetzen, lässt sich etwas bewegen, lässt sich persönliches Privileg – für alle, statt für wenige – nutzen.

Ich wünsche mir, dass nach mir noch viele weitere weibliche Stadtratspräsidentinnen kommen. Und mit ihnen werden hoffentlich Werte, die in der Politik bis jetzt einen schweren Stand haben, bedeutender: Vulnerabilität, emotionale Auseinandersetzung und Empathie.

Mein Traum ist ein Stadtrat, dessen Debatten lustvoll, laut und leise, sanft und kämpferisch auf den Punkt gebracht werden. Dessen Debatten in Gebärdensprache übersetzt werden und live gestreamt zugänglich sind. Dieser Stadtrat ist der Place-To-Be, das Monats-Ereignis. Er lebt von interaktiven Öffentlichkeitsmomenten, die eine in die Tiefe gehende Auseinandersetzung mit den Grossen Fragen unserer Zeit erlauben. Kein in sich ruhender, abgeschotteter Geheim-Bund, sondern ein Meer an Vielstimmigkeit. Ein Rat in Bewegung, bewegt von den Lebensrealitäten, Geschichten und Expertisen Aller. Lasst uns gemeinsam versuchen diesen Traum wahrwerden zu lassen.

Lasst uns mehr Mensch-sein, mehr Mit-Mensch-sein und im Herbst 2024 das Schicksal zu Gunsten jener wenden, die nicht wählen dürfen; die es sich nicht leisten können, gewählt zu werden; und die noch nicht repräsentiert sind.

Saima Linnea Sägesser, Stadtratspräsidentin

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Langenthaler Stadtrat Politik Politische Arbeit

Politische Begriffe – eine Serie – 2

Abgedruckt im RotSPecht 02/2023

Im letzten Erklärtext über politische Begriffe ging es um Vorstösse: Interpellationen, Motionen, Postulate und Beschlussanträge, die Stadträt*innen einreichen können, um eine Bearbeitung ihrer Idee oder Forderung zu verlangen. Wie geht’s weiter, nachdem die Vorstösse am Ende der Stadtratssitzung, an der sie eingereicht wurden, verlesen und so öffentlich gemacht wurden?

Bevor die Vorstösse traktandiert werden können, müssen sie durch die betroffenen Behörden. Ämter bereiten eine Stellungnahme zuhanden des Gemeinderates vor, der dann an seiner Sitzung den Vorstoss berät. Im Falle einer Motion schlägt der Gemeinderat eine Qualifikation, eine Art Kategorie, vor: Eine Motion mit Richtliniencharakter bezieht sich auf Dinge im Zuständigkeitsbereich des Gemeinderates. Oft hängt dies auch mit der Höhe der zu erwartenden Kosten zusammen, denn der Gemeinderat hat über tiefere Summen die Finanzhoheit verglichen mit dem Stadtrat. Eine solche Motion ist zudem ähnlich wie ein Postulat. Sie hat weniger Aktion, sondern mehr Prüfung zur Folge. Eine Motion mit Weisungscharakter betrifft nicht nur den Zuständigkeitsbericht des Gemeinderates, sondern Gesetze, Reglemente, Ausgaben etc. die in der Zuständigkeit des Stadtrates liegen.

Schliesslich empfiehlt der Gemeinderat, gestützt auf die Stellungnahme des zugewiesenen Amtes, dem Stadtrat die Motion für erheblich oder nicht erheblich zu erklären, also anzunehmen oder abzulehnen. Bei Erheblicherklärung folgt je nach Qualifikation der Motion ein Prüfbericht oder eine Umsetzung als Antwort auf die Forderung. War der Vorstoss ein Postulat, folgt in jedem Fall nur ein Prüfbericht zuhanden des Stadtrates. Wurde der Vorstoss nicht erheblich erklärt, wird das geforderte Anliegen nicht weiterverfolgt. Wurde der Vorstoss nach seiner Erheblicherklärung bearbeitet und das Ergebnis dem Stadtrat vorgelegt, wird der Vorstoss abgeschrieben, also als erledigt angesehen.

Eine Interpellation wird in jedem Fall beantwortet. Über Erheblicherklärung wird gar nicht erst diskutiert.

Saima Linnea Sägesser
Vizestadtratspräsidentin Langenthal

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Langenthaler Stadtrat Politik Politische Arbeit

Politische Begriffe – eine Serie – 1

Abgedruckt im RotSPecht 01/2023

Mit diesem Text startet eine neue Reihe im RotSPecht. Sie versucht politische Begriffe verständlich zu erklären und in einen Zusammenhang zu stellen. Starten wir mit den politischen Tools, die die Langenthaler Stadträt*innen haben, um Ideen für Konzepte, Projekte, Massnahmen, Entwicklungsvorschläge und Wünsche einzubringen: Vorstösse.

Jeder Vorstoss beginnt mit einer Idee, z.B. wünschen wir uns mehr Zugangsmöglichkeiten an die Langete. Die Idee entstand vielleicht in einer Arbeitsgruppe der Fraktion, findet sich im Parteiprogramm oder wurde aus der Bevölkerung als Wunsch an ein Stadtratsmitglied herangetragen. Zu dieser Idee wird dann recherchiert und diskutiert: Was gab es schon? Was kann die Stadtverwaltung dazu sagen? Welche gesetzlichen Grundlagen sind relevant? Könnte die Idee parteiübergreifend verarbeitet werden? Ist sie mehrheitsfähig? Dank weiteren Überlegungen und Diskussionen wird ein Vorstosstext verfasst, der möglichst klar macht, was gefordert oder wonach gefragt wird.

Falls wir mehr Fragen als konkrete Umsetzungsvorschläge oder Forderungen haben, ist eine Interpellation das richtige Instrument. In einer Interpellation können Fragen gestellt werden, die etwas weiter gehen, als sie im Rahmen einer Mail oder einem Telefonat vom Amt oder Gemeinderat beantwortet werden können. Eine Interpellation kann nach bestehenden Strategiegen, Haltungen, Prozessen fragen, jedoch keine Forderungen stellen. Dies im Gegensatz zu Postulaten und Motionen. Beide können nach demselben fragen, die Bearbeitung hat allerdings unterschiedliche Produkte zur Folge. Während innerhalb einer Motion konkret mehr Zugänge an die Langete gefordert werden, fragt ein Postulat nach einem Prüfbericht zu Möglichkeiten für mehr Zugänge. Das eine fordert also Umsetzung und Aktion und das andere Reflexion und Konzept.
Falls das Anliegen nicht den Gemeinderat und die Ämter betrifft, wird ein Beschlussantrag eingereicht. Ähnlich formuliert wie eine Motion, richtet sich dieser Vorstoss allerdings an das Stadtratsbüro. Dies, wenn es beispielsweise die Geschäftsordnung des Stadtrates betrifft.

Wie es dann nach der Eingabe weitergeht, liest du beim nächsten Mal.

Saima Linnea Sägesser
Vizestadtratspräsidentin Langenthal

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Politik Politische Arbeit

Frauenstamm – eine Erfolgsmodell

Abgedruckt im RotSPecht 02/2022

2019 wurde der erste Frauenstamm einberufen. Dies aus einem starken Bedürfnis heraus sich mit Kolleginnen und Vorkämpferinnen auszutauschen. In Langenthal fehlte eine weibliche, niederschwellige Vernetzung, eine Seilschaft, ein Auffangbecken. Schon am ersten Treffen kristallisierte sich heraus, dass das was Regelmässiges sein soll. Seitdem treffen wir uns jeden dritten Samstag im Monat. Den Wert des Frauenstamms beschreiben wir so:

«Für mich ist der Frauenstamm ein Begegnungsort mit tollen, interessanten Frauen.» D.B.

«Für mich als ältere Frau ist der Kontakt mit Jungen/Jüngeren sehr bereichernd.» V.S.

«Ich spüre eine gegenseitig grosse Verbundenheit der Herzen.» M.E.

«Für mich ist es auch sehr interessant aus dem Erfahrungsschatz der anderen Frauen zu hören. Es relativiert oft Ärger oder motiviert mich, erst recht zu kämpfen.» M.N.

«Der Wert des Frauenstamm ist der Frau-Raum, Identifikation, Inspiration, ähnliche Lebenskonzepte, Erfahrungsaustausch und Gewinn von älteren, weiseren Frauen, me-time, Raum für Visionen.» C.G.-S.

«Austausch unter Frauen – alt und jung, mit und ohne Kinder, voll oder teils berufstätig oder nicht (mehr) und/oder ehrenamtlich engagiert. Themen, Ideen, Sorgen und Ärger teilen. Politische Frauen- und Gleichstellungsthemen diskutieren. Inspiration. Empowerment.“ P.G.

„Es ist für mich sehr interessant zu erfahren, was Frauen im Leben bewegt und welche Erfahrungen gemacht werden. Für mich besteht so auch die Chance, dass wir gemeinsam etwas erreichen können.“ S.L.

„Ich finde der Frauenstamm macht Frauen Mut sich politisch zu engagieren.“ R.N.-L.

„Für mich ist der Frauenstamm eine Möglichkeit mit Frauen zusammen zu kommen, die ich sonst nicht einfach so treffen würde. Ich kann Beziehungen pflegen, mich vernetzen und bekomme neue Impulse und Anregungen.“ V.H.

„Schön immer wieder von neuem etwas zu lernen und auch selber einen Beitrag zu leisten!“ A.K.

„Diskutieren, lamentieren, philosophieren, plaudern, all dies öffnet Welten, hilft zu verstehen und gibt Kraft immer wieder aufs Neue sich für Gerechtigkeit stark zu machen.“ N.S.

Meist wird gezielt diskutiert. So war letztes Jahr beispielsweise die Grossmütterrevolution ein Thema. Diesen Frühling sprachen wir über die Ungleichbehandlung von Geflüchteten. Des Öfteren unterhalten wir uns über Sicherheit und unser individuelles Empfinden dazu. Kinderbetreuung und Familienfragen sind ebenso immer wieder auf dem Tisch. Und natürlich darf es auch einfach ein Schwatz unter Freund*innen sein.

Saima Linnea Sägesser, Fraktionspräsidentin SP-Grüne Langenthal

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Politik Politische Arbeit

Feministische Forderungen

Forderungen, die im Rahmen des internationalen Frauentags vom 8.3.22 veröffentlicht wurden und leider an Aktualität nicht einbüssen:

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Politische Arbeit

Warum ein Ja für die Tierversuchsverbotsinitiative?

Im RotSPecht 01/2022 abgedruckt.

Die Volksinitiative «Ja zum Tier- und Menschenversuchsverbot – Ja zu Forschungswegen mit Impulsen für Sicherheit und Fortschritt» fordert ein Verbot von Tier- und Menschenversuchen in der Schweiz, ein Verbot für die Einfuhr von an Tieren versuchten Produkten und die Gleichbehandlung von Tierversuchsfreier Forschung in Sachen staatlicher Unterstützung. 

Letzteres birgt eine grosse Chance. Forschung, die tierversuchsfrei und mit den gleichen Ressourcen durchgeführt wird, wie an Tieren versuchte Forschung, ist zukunftsträchtig. Dort wo Geld fliesst, ist auch mehr möglich. Tierversuchsfreie Forschung sei ausserdem sicherer, so die Initiant*innen.

Als Menschen mit Stimmrecht haben wir die Möglichkeit unsere Stimme zu nutzen und Verantwortung zu übernehmen für jene, die nicht für sich sprechen können. Tiere können sich kaum wehren oder selbständig entscheiden, ob sie in diesem oder jenen Versuch mitmachen wollen. Es kann nicht sein, dass wir uns weiterhin das Recht herausnehmen, über Lebewesen zu werten und zu entscheiden, dass Tiere weniger Wert seien als Menschen und sich daher für Tierversuche eignen würden. Es kann nicht sein, dass gewisse Lebewesen nur geboren werden, um ausgenutzt zu werden!

Dass die Initiative neben den Tierversuchen auch Menschenversuche verbietet, erscheint allerdings wenig sinnvoll. Denn hier werden zwei grundsätzlich verschiedene Ausgangssituationen in einem behandelt. Mündige Menschen können für sich entscheiden, für sich sprechen und für sich selbst die Verantwortung tragen. 

Nichtsdestotrotz ist die Initiative anzunehmen, da sie Tierversuchen den Hahn zudrehen will. Gute, erfolgreiche Forschung wäre mit den freiwerdenden und umverteilten Ressourcen genauso möglich! Die Schweiz wäre Pionierin!
Die Entscheidung, die hier getroffen werden muss, ist jedoch weniger eine praktische, sondern eine ethisch-moralische. Wie wollen wir als Menschen den Planeten und andere Lebewesen behandeln? Wo ordnen wir uns ein? Müssen wir uns alles nehmen, nur weil wir es können? Ist es richtig, andere Lebewesen auszubeuten? 
Die Fragen muss jede*r für sich beantworten und mit dem eigenen Gewissen vereinbaren können.

Für mich ist klar: Die Initiative gegen Tier- und Menschenversuche ist, trotz Ablehnung im Parlament und auch in der SP Schweiz, anzunehmen. Aus Prinzip, symbolisch und im Wissen, dass ein Verbot nicht das Ende, sondern die Weiterentwicklung von Forschung bedeutet.

Saima Linnea Sägesser, SP-Stadträtin Langenthal
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Politische Arbeit

Rede für eine „Ehe für alle“

Am 27. Juni 2022 durfte ich auf dem Langenthaler Wuhrplatz als feministische, heterosexuelle, Cis-Frau ein Votum zur Annahme der „Ehe für Alle“ in der Schweiz abgeben.

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Offener Brief: Keine Kürzungen in der Krise

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2020 Politische Arbeit Wahlen

Meine Politik

Langenthal verdient es Politiker*innen zu haben, die tatsächlich anpacken und etwas bewegen wollen. So eine bin ich.
Als Bisherige setze ich mich im Stadtrat dafür ein, dass Langenthal frauen*freundlicher wird. Mein Fokus liegt auf der Geschlechtergerechtigkeit, auf Chancengleichheit auf jeder Ebene und auf Umweltthemen. Auf der Strasse packe ich selber an, um unsere Umwelt von Littering zu befreien. Bei Kultur im Stöckli veranstalte ich kulturelle Alternativen, um Langenthals Vielfalt hervorzuheben. Ich sorge mich um lokale Dienstleistende und deren Anliegen. Mit meinen Kolleg*innen votiere ich im Rat für einen nachhaltigen und starken Bildungsstandort.
Fortschritte im einen Gebiet, bedingen auch solche im anderen, denn nur mit der Berücksichtigung von Verknüpfungen sind positive Veränderungen zu erreichen.

Mir liegt Langenthal am Herzen. Ich bin hier aufgewachsen und werde wohl auch noch ein Weilchen bleiben. Daher erscheint es mir nur logisch, diese Stadt mit meiner Zeit und Energie auch weiterhin mitzugestalten und somit für den Gemeinderat zu kandidieren. Als neue Gemeinderätin werde ich ebenso aktiv, nahbar und anpackend sein.

Unsere Entscheidungen von heute sind die Lösungen von morgen.
Entscheide du dich jetzt für Liste 1, für ein Langenthal von morgen.

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Politische Arbeit

Mitglied der Kulturkommission

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2020 Politische Arbeit

SP Langenthal Velotour

Mit der SP Langenthal und der JUSO Oberaargau durch Langenthal.

Langenthal hat viel zu bieten und noch mehr als du vielleicht ahnst. Denn jede Person nimmt diese Stadt anders wahr. Besucht andere Orte, erlebt andere Dinge und macht andere Erinnerungen. Mit der SP Langenthal Velokarte laden wir dich ein, Einblick in unsere Orte zu erhalten. Wo trifft man die Satdtrats- und Gemeinderatskandis an? Was bewegt sie? Welches Langenthal leben sie?