Das Restpaar

Keller, Vergangen

18. März Bern / 25. März Langenthaldas-restpaar

Zwei, die es versucht haben, zeigen die erste Szene aus Theresia Walsers Stück „das Restpaar“. Absagen über Absagen und noch ein Theater übrig, an dem sich die beiden Schauspielschulabsolventinnen Verena und Maria vorstellen wollen. Bis jetzt immer gemeinsam, doch die Freundschaft steht auf der Kippe. Wird das Restpaar entzweit?

Sandra Schaub und Saima Sägesser suchen auf diesem Weg nach Interessierten: zu besetzen sind drei Männerrollen. Wenn Gretchen und Antigone kämpfen und scheitern, geht der Alltag am Theater nämlich seinem ungewöhnlichen Treiben nach.

Spiel und Produktion: Sandra Schaub und Saima Sägesser
Dauer: 30 Minuten

© Verlag der Autoren

Sie spielen miteinander wie Katz und Maus

Senf, Vergangen

In der Uraufführung des Stückes «Die Besetzung» von Charles Lewinsky durch das Theater Überland überzeugten Andrea Zogg und Danielle Green.

Der Schauspieler Joachim Albrecht will sich erschiessen, denn dem Theater, das sein Leben bedeutet, sollen zwanzig Prozent der Unterstützung entzogen werden. Der Käse oder Schinken im Sandwich, wie er später erklären wird. Doch er gibt der Sache noch eine Chance. Er hofft, Paula Völlmer, die Vertreterin der Beratungsfirma, die der Stadt diese Kürzung vorgeschlagen hat, doch noch umzustimmen. Völlmer tritt dann gleich auf und zeigt erst einmal die kalte Schulter, als Beraterin und als Frau.

Zwischen dem alternden Schauspieler und der jungen Beraterin entspinnt sich ein spannendes Katz- und Mausspiel, bei dem im ersten Augenblick nie klar ist, ob die beiden nun eine Rolle in der Rolle spielen. Albrecht gibt als Profi seine Kunst als Erster zum Besten, indem er nicht nur in klassische Rollen schlüpft, um die junge Frau zu beeindrucken, sondern auch einen Herzinfarkt mimt, auf den die Frau prompt reinfällt.

Doch die Retourkutsche folgt sogleich. Nun spielt Völlmer lebensecht eine todkranke Frau, und Albrecht vergeht vor Mitleid. Wer am Ende Sieger dieses Zweikampfes ist, soll hier nicht verraten werden.

Viele Rollenwechsel, viel Text

Das Stück ist eine Herausforderung. Es ist nicht nur eine Menge Text zu bewältigen. Auch die ständigen Rollenwechsel erfordern eine hohe Konzentration. Dabei sollen das Rollen- und das Echtspiel der beiden Theaterrollen gleich überzeugend über die Rampe kommen. Dies gelingt Andrea Zogg und seiner Gegenspielerin Danielle Green hervorragend. Als Zuschauer fühlt man sich richtiggehend an der Nase herumgeführt, wenn sich zeigt, dass der Herzinfarkt des älteren Mannes oder die Tränen der jungen Frau nur Spiel im Spiel ­waren.

Spannend ist auch die Interaktion zwischen Mann und Frau. Da kommt zuweilen ein Hauch von Erotik auf, um gleich wieder weggewischt zu werden. Dass ihm die junge attraktive Frau gefällt und er sie nicht nur um des Theaters willen umgarnt, leuchtet sofort ein. Doch bei ihr ist man nie sicher, wie viel Kalkül hinter ihrem Ver-halten steckt. Dennoch scheint sie sich gegen Schluss für diesen einsamen Kämpfer zu erwärmen.

Jubelnder Beifall geht an alle

Zum Ende der Uraufführung von «Die Besetzung» des Theaters Überland jubelt das Publikum aus dem vollen Theatersaal nicht nur den beiden Darstellern und dem Team um Regisseur Reto Lang zu, sondern auch dem Autoren Charles Lewinsky selbst. Im Saal waren auch andere prominente Gesichter unter den Zuschauenden auszumachen, darunter etwa Franz Hohler. (Berner Zeitung, Prisca Rotzler Köhli, 2.5.16)

http://www.bernerzeitung.ch/region/oberaargau/sie-spielen-miteinander-wie-katz-und-maus/story/26792041

Das war die Premiere

Schauspiel, Vergangen

Fulminante «Lööli-Show» begeistert

LangenthalDas Theater Überland zeigte im Stadttheater Langenthal unter der Regie von Reto Lang die Uraufführung der Satire «Lööli-Show». Die Aufführung war ein Erfolg: Das Publikum liess sich von Anfang bis Ende davon mitreissen.

Der Dummkopf in der «Lööli-Show»: Der Komiker Freddy Müller, gespielt von Frank Demenga, erhält die Chance, in einer Hochglanz-TV-Show mitzuspielen. Hier im Gespräch mit Karin Wirthner, die seine Agentin spielt.

Der Dummkopf in der «Lööli-Show»: Der Komiker Freddy Müller, gespielt von Frank Demenga, erhält die Chance, in einer Hochglanz-TV-Show mitzuspielen. Hier im Gespräch mit Karin Wirthner, die seine Agentin spielt. Bild: Daniel Fuchs

Der Komiker Freddy Müller hat mit seinen Auftritten keinen Erfolg mehr, da niemand seinen skurrilen Humor versteht. Da erhält er die Gelegenheit, als «Lööli», sprich Dummkopf, in einer Hochglanz-TV-Show mitzuwirken. Er soll einen Vorgestrigen mimen, der keine Ahnung von moderner Technik, sprich Fernseher und PC, hat. Doch niemand hat mit seiner anarchistischen Ader gerechnet.

Echte Fernsehshow

Frank Demenga, Autor des Stücks und Darsteller des Freddy, zeigt im ersten Teil der Satire «Lööli-Show», die im Stadttheater uraufgeführt wird, wie Freddy zu seinem Engagement kommt. Für die Produzenten der TV-Show, die er mit seinen komischen Einlagen auflockern soll, ist er ein Hampelmann. Niemand nimmt ihn ernst.

Im zweiten Teil nimmt das Stück Fahrt auf. Es zeigt eine echte TV-Show rund um das Thema «Verrückte Welt der Vernetzung». Skurrile Wissenschaftler kreuzen die Klingen. Selbst Christoph Blocher tritt als martialische Frauenperson auf.

Zwischen den Diskussionen gibt es Lichtshows, Liveacts mit einer Sängerin, einer Geigerin, einem singenden Moderator und Tänzerinnen. Und eben Freddys komische Einlagen.

Marionetten der Technik

Regisseur Reto Lang gelingt eine fulminante Show, in der in schneller Abfolge ein Act in den anderen übergeht. Bald vergisst man, dass man im Theater und nicht vor dem Fernseher sitzt. Für die Liveauftritte hat Lang die Sängerin Yvonne Baumer gewonnen, die mit ihrer Stimme die Herzen berührt.

Die junge Rumänin Julia Andreea Smeu ist eine wahre Teufelsgeigerin und fasziniert nicht nur mit ihrem Spiel, sondern auch mit ihrer Schönheit das Publikum. Vier junge Tänzerinnen runden die Showeinlagen ab.

Wer aber nun glaubt, es ginge in dem Theaterstück nur um eine oberflächliche TV-Show, täuscht sich gewaltig. Frank Demenga zeigt uns in Überspitzung den Wandel unserer Gesellschaft in ein digitales Zeitalter, in dem wir nur noch Marionetten der Technik sind. Entsprechend unsympathisch kommen die Befürworter der total vernetzten Welt daher, umso liebenswerter dafür wirkt der angeblich dumme Freddy.

Tosender Applaus

Was die drei Schauspieler und die zwei Schauspielerinnen in verschiedenen Rollen zeigen, ist umwerfend. Da ist Frank Demenga als Freddy, der in der Show zum Advocatus Diaboli mutiert. Allein schon die Facetten seiner Mimik, aber auch seine Sprachgewandtheit faszinieren.

Als seine «Beschützerin» zeigt Karin Wirthner die eiskalte Managerin, aber auch die verletzliche, im Grunde in Freddy Verliebte. In pinkfarbenem Lackkleid und mit blonder Perücke persifliert sie die Rolle der Assistentin des Moderators mit einem permanent zuckersüssen Lächeln.

Die Wandlungsfähigkeit von Marlise Fischer ist frappant. Bei jedem Auftritt ist sie eine andere Persönlichkeit, ob forsche Wissenschaftlerin oder demente Frau. Christian Intorp gibt den Moderator aalglatt und arrogant, ein wahrer Kotzbrocken, und überzeugt auch als Sänger. Kaspar Weiss schlüpft ebenfalls in verschiedene Rollen.

Bald spielt er überzeugend den unterwürfigen Assistenten der Produzentin, dann wieder einen verschrobenen Wissenschaftler.

Brigitte Wolf kleidet die Showcrew in Lack und betont damit das Künstliche dieser Welt. Die vielen Rollenwechsel unterstreicht sie mit einem entsprechenden Kostüm. Am Ende der «Lööli-Show» erntet das Ensemble tosenden Applaus. Wer die Premiere verpasst hat, kann das Stück am 18.Februar sehen, wenn es nochmals gegeben wird. (Berner Zeitung, 16.11.15)

Lööli-Show, eine TV-Satire von Frank Demenga

Schauspiel, Vergangen

Wenn in Langenthal der Nebel zum Alltag wird und die Bäume kahl werden, neigen sich im Stadttheater die Proben zur Lööli-Show in ihrer heissesten Phase auch schon bald dem Ende zu. Das Ergebnis wird am 14. November um 20:00 zur Uraufführung gebracht.
Kommt und seht, was der Lööli mit seiner Gehilfin anstellt und was uns kluge Köpfe aus der Vernetzungswelt berichten.

Lööli-Show_Flyer

Schauspiel: Frank Demenga, Karin Wirthner, Christian Intorp, Marlise Fischer, Kaspar Weiss
Gesang: Yvonne Baumer
Solo-Violine: Iulia Andreea Smeu

Tanz (alternierend): Noëmi «Bobby» Lutz, Melina Bolter, Jill Bütikofer, Noëlle Hutmacher, Cinzia Michetti, Mara Scherer, Noëlle Sutter, Michelle Stöckli

Kreativteam: Reto Lang, Volker Dübener, Brigitte Wolf, Monika Malagoli Saima Sägesser, Michael Grob, Dominik Lehmann Flury

Uraufführung: 14. November 2015 im Stadttheater Langenthal, Reservation: stadttheater@langenthal.ch

weitere Vorstellungen Saison 2015/16:
14. Januar 2016 im Theater am Käfigturm, Bern 15. Januar 2016 im Theater am Käfigturm, Bern 16. Januar 2016 im Theater am Käfigturm, Bern 18. Februar 2016 im Stadttheater, Langenthal 3. April 2016 im theater uri, Altdorf

Elektra

Kunst, Schauspiel, Vergangen

Tragödie nach Hugo von Hofmannsthal & Sophokles

4.-8. November im Brückenpfeiler, Dalmaziquai 69, 3005 Bern
Mi-Sa 20:30, So 19:00

Elektra, Tochter Agamemnons, des Königs von Mykene. Seit ihre Mutter Klytämnestra den nach langen Kriegsjahren zurückkehrenden Ehemann im Bade totschlug, wünscht sich Elektra nur noch eines: Rache. Doch ihr Bruder Orest kehrt nicht heim. Die Mutter atmet weiter. Und so herrscht sieben Jahre lang Stillstand. Sieben Jahre lang wachen die Statuen der Ahnen über die Königin Klytämnestra. Sieben Jahre lang wartet Elektra. Doch nun regt sich etwas am Hof von Mykene. «Von den Sternen stürzt alle Zeit herab…»

Mit ihrer dritten Produktion haben sich „Kitsch. Zwei Schafe mit fünf Köpfen“ der Herausforderung gestellt, eine antike Tragödie in einem neuen Gewand auf die Bühne zu bringen. Das Ergebnis ist Elektra. So, wie sie die Grenzen zwischen Vergangenheit und Zukunft überschreitet, bewegt sich die Inszenierung zwischen Altertum und Gegenwart. Seid dabei, wenn sich allabendlich der Nebel um die stillgeschwiegenen Gräueltaten der Alten lichtet. Wenn auch nur, um gleich danach wieder neue zu verhüllen.

Spiel:
Lina Eggel
Laura Friedrich
Annina Hunziker
Elena Mauerhofer
Robert von Dewitz
Daniele Zurbrügg

Regie:
Sandro Griesser
Vivianne Jeger

Ausstattung:
Christof Bühler
Gianna Grazioli
Saima Sägesser

Die FB-Veranstalung:
https://www.facebook.com/events/793870297390824/

Die FB-Seite:
https://www.facebook.com/kitsch.theater?fref=ts

Die Homepage:
http://kitsch-theater.ch

Reservieren:
reservation@kitsch-theater.ch

12071578_10208302248697790_554459522_n 12086770_10208302248617788_823125319_n 12086805_10208302248377782_895931793_n

12169254_10208380865383158_1215197820_o

12169208_10208396259448000_1345673564_o

Bild der 6. Maske folgt.
Fotos: Sandro Griesser