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Motion zur Unterzeichnung der Charta der Lohngleichheit im öffentlichen Sektor

Eingereichte Motion Lüthi Beatrice (FDP), Sägesser Saima (SP), Barben-Kohler Stefanie (FDP), Grossenbacher Corinna (SVP), Heiniger Janina (EVP), Howald Carole (jll), Loser-Fries Stefanie (SP), Lüdi Josephine (parteilos), Moser Martina (SP), Niklaus-Lanz Renate (glp) und Zaugg-Streuli Franziska (FDP)

Als Motion mit Richtliniencharakter qualifiziert, erheblich erklärt und nach Kenntnisnahme der schriftlichen Stellungnahme vom Protokoll des Stadtrates abgeschrieben (gemäss Art. 59 Abs. 3 GO Stadtrat) an der Stadtratssitzung vom 14. September 2020 

Der Gemeinderat wird beauftragt, für die Stadt Langenthal die Charta der Lohngleichheit im öffentlichen Sektor zu unterzeichnen.

Begründung: Seit 1981 gilt in der Schweiz ausdrücklich, dass Frauen und Männer Anspruch auf gleichen Lohn für gleichwertige Arbeithaben (Art. 8 Bundesverfassung).

Das Gleichstellungsgesetz von 1995 (SR 151.1) konkretisiert dies. Es ist 2018 ergänzt worden mit der Pflicht für Arbeitgeber, periodisch Lohnanalysen durchzuführen (AS 2018 2815). Diese Pflicht gilt auch für öffentlich-rechtliche Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber (Kantone und Gemeinden); sie müssen die Ergebnisse der Analy-sen publizieren. Die Revision des GlG wird am 1. Juli 2020 in Kraft treten.

Für Bund, Kantone und Gemeinden hat Bundesrat Berset zudem im Herbst 2016 dieCharta der Lohngleichheit im öffentlichen Sektor lanciert. Auf der entsprechenden Webseite des Eidgenössischen Büros für Gleichstellung (https://www.ebg.admin.ch/ebg/de/home/themen/arbeit/lohngleichheit/engagement-des-oeffentlichen-sek-tors/charta-der-lohngleichheit-im-oeffentlichen-sektor.html) wird angeführt: „Mit der Unterzeichnung der […] Charta bekräftigen Behörden, staatsnahe Betriebe und Unternehmen mit öffentlichem Auftrag, Lohngleichheit in ihrem Einflussbereich umzusetzen –als Arbeitgebende, bei Ausschreibungen im öffentlichen Beschaffungs-wesen oder als Subventionsorgane. Das gemeinsame Engagement soll ein Signal an öffentliche und private Arbeitgebende aussenden“. Der Bund, 16 Kantone (inkl. BE) sowie zahlreiche Gemeinden haben die Charta bis heute unterzeichnet. Der öffentliche Sektor als Arbeitgeber sollte dabei sicher eine Vorbildfunktion haben.

Die Stadt Langenthal hat die Charta bisher nicht unterzeichnet. Als Stadt mit Zentrumsfunktion, als Agglomera-tion,als moderne Stadt mit Bildungszentrum, als Energiestadt etc. hat Langenthal erst Recht eine Vorbildfunk-tion.

Die Pflichten, die sich aus der Unterzeichnung der Charta ergeben, gehen über die Pflichten gemäss revidiertem Gleichstellungsgesetz nicht hinaus.

Meine Stellungnahme am 14. September 2020

Gleicher Lohn für Gleiche Arbeit. Es wär so simpu.

Doch leider begägne Froue hüt no immer wieder ere unerklärliche Lohndifferenz von 7-10% gegenüber ihrne männleche Kollege.

Föouh Froue wüsse gar nid, dass si weniger verdiene, aus ihri männleche Kollege, obwou die genaus gliche mache wie si. Si wüsses nid, wöume einersits zweni über Löhn redt und angersits villech ou gärn eifach ufdi Vorgsetzte vertrout, dass die das scho richtig im Griff heige.

Die Froueh, wos aber de merke oder wüsse, dass si bis zu 10% weniger verdiene, stöh hüfig im Klintsch: Söuesi öpiss sägeh und so villech riskiere usglacht, nid ärnstgnoh oder gar gmobbt zwärde? Söuesi d’Stöuh wächsle und d’Bude mit dene Macheschafte devocho loh? Söuesi s’Gspräch sueche, Gwärchschafte ud Medie ibezieh?

Fakt isch, nid jedi Person isch dezueh gmacht, Misständ säuber ahzspräche und für di eigete Rächt izstoh. Und genau i söttige Fäuh, wärs äbeh guet, wesis ou ersch garn nid müesste. S’wär guet we Lohnglichheit Normalität und ar Tagesordnig wär.

Mitr Ungerzeichnig vor 2016 lancierte Charta fürd Lohnglichheit würde äbeh gd Arbeitgeäber*inne, wiesd d’Stadt Langethau isch, sech dezeuh bekenne, sbest-mögleche zmache, dass Lohnglichheit Standard isch. Agstöuti chöntesech eifch druf verloh, dass äbeh die Vorgsetzte ihres Beste gäh u das scho im Griff hei.

U dorum heisech 11 Langethaler Stadtrötinne zäme doh und die Motion igreicht, wo fordert, dass d’Stadt Langethau die Charta fürd Lohnglichhet ungerzeichnet. Wie idr Stellignahm het chönne gläse wärde, wird dür die Ungerzeichnig ke rächtlechi Verbindlechkeit gschaffe, aber d’Stadt Langethau setzt demit es Zeiche, bekennt sech zu öpissem, wo ke Diskussion me sött si und handlet! Mit Fröid hei mir festgstöut, dass bereits Besträbige für die Ugerzeichnig si umegsih. Mir 11 Motionärinne zöueh uf d’Ungerstützig vo öich aune, fürnes moderns und fairs Langethau. Es Langethau wosech ine Reihe vo Mit-Ungerzeichnende wie em Bund, 16 Kantön und 97 Gmeinde ihreiht und defürsorgt, dass 1981 docuh ou no im 2020 ahchunt! Merci.