King Kongs Töchter

Gesehen, Senf

Zur Zeit zeigt das Theater Stans King Kongs Töchter von Theresia Walser. Regie führte Volker Hesse, der aus dem Freilichttheater bekannt ist. Zum Theaterabend: Drei Altenpflegerinnen, immer heiss auf Sex, führen das Altersheim, in dem elf Bewohner und Bewohnerinnen leben. Alle elf leiden an typischem Altersgebrechen wie: Zittern, Blasenschwäche, Vergesslichkeit, Müdigkeit und an vielem mehr. Die Alten werden teilweise wirklich von älteren Menschen gespielt. Alles beginnt mit dem 80. Geburtstag einer Bewohnerin, es artet aus. Die Pflegerinnen sind mit den Bewohnern und Bewohnerinnen meist total überfordert und flüchten sich in erotische Gedanken und in Wodka. Immer wieder erscheinen die Alten nicht in Begleitung der Pflegerinnen, wobei sie über Liebe, Sex, Familie, Gott und die Welt sprechen. Das Stück behandelt die verschiedenen Symptome des Älterwerdens, wobei schwarzer Humor eine grosse Rolle spielt. Das Thema eckt an. Alt werden, alt sein ist heute aktuell wie selten zuvor: Zu wenig Betten, Überalterung der Bevölkerung und zu wenig Pflegepersonal sind stets Diskussionsstoffe. Hesse spielt damit, reizt die Gemüter: Darf man das Alter so auf die Schippe nehmen, wie es die Inszenierung in Stans tut? Darf der Beruf der Pflegerin so in den Dreck gezogen werden? Die Inszenierung ist nicht jedermanns Sache. Eine gesunde Portion Humor ist jedenfalls von Nöten. Man sollte es nicht allzu ernst und persönlich nehmen, aber doch für wahr und als mögliches Abbild einer verdrehten, alternden Gesellschaft sehen.

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