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Langenthaler Stadtrat Vorstösse Voten / Anträge

Fraktionsvotum zur SP-GL Motion „Offenlegung der Finanzierung von Parteien und Wahl- und Ab-stimmungskomitees“

An der Stadtratssitzung vom 28. Juni 2021 behandelt

Sprecherin der Motion, Saima Sägesser (SP): Sie haben heute die Möglichkeit, Geschichte zu schreiben. Wir können mitbestimmen, ob in Langenthal in Zukunft eine gestärkte Demokratie gelebt wird, ob mehr Vertrauen der Bevölkerung in die Parteien und ihre Politikerinnen und Politiker gesteckt wird und ob wir endlich Klartext reden, wenn es um Geldflüsse geht, die die Meinungsbildung beeinflussen. Langenthal kann eine der ersten Städte schweizweit werden, in der eine Offenlegungspflicht für die Parteifinanzierung gilt und dies wäre im Sinne der Förderung einer fairen Demokratie zu verstehen. Mit einer gelebten Transparenz in der Politfinanzierung kann sich auch Langenthal wieder neu positionieren, zeitgemäss handeln, an Attraktivität gewinnen und mit grösseren Städten mitziehen. Die SP/GL-Fraktion dankt dem Gemeinderat, dass er unsere Motion für erheblich erklären möchte. Nun hoffen wir auf Ihre Unterstützung aus dem Stadtrat. Unsere Motion verlangt, dass Parteien und Komitees vor Wahlen und Abstimmungen ihre Finanzen transparent machen sollen. Die Parteien geben dabei der Bevölkerung gegenüber die Herkunft von Spenden an, wenn diese über dem festgelegten Schwellenwert liegen. Dieser Schwellenwert kann zwischen Fr. 1’000.00 und Fr. 3’000.00 liegen und würde dann im Reglement festgelegt werden. Uns geht es darum, für Transparenz zu sorgen, nicht aber Spenden zu verbieten, zu erschweren oder Kleinspenderinnen und -spender in die Öffentlichkeit zu zerren. Wir sind überzeugt davon, dass die Transparenz in einer gelebten Demokratie enorm wichtig ist. Die Bürgerinnen und Bürger haben das Recht darauf zu wissen, wer von wem, welche Geldflüsse erhält, wenn sich diese im Umfang eines solch grossen Betrags bewegen, wie es der Schwellenwert vorgibt. Wer mit welchen Mitteln, welche Werte kauft und unterstützt, soll bekannt gemacht werden. Warum denn auch nicht? Wer Finanzstärke besitzt und diese zur Beeinflussung zur Meinungsbildung einsetzt, soll doch auch dazu stehen. Wenn Geldflüsse nämlich keine Rolle spielen würden, warum tätigt man dann überhaupt Spenden oder unterstützt eine Partei in ihren Anliegen mit einem finanziellen Beitrag? Die Stimmbevölkerung hat ein Recht darauf zu wissen, was da dahintersteckt. Wir wollen keine Politik im Verborgenen, sondern auf Augenhöhe, transparent, nahbar und verständlich. Ein Anliegen, das auch die Stimmbevölkerung hat, müssen wir ernst nehmen. Wenn sich herausstellt, dass in Langenthal keine Beträge in die Parteien fliessen, die über dem Schwellenwert liegen, dann ist das auch okay. Aber das weiss man einfach erst mittels eines Reglements. Nicht umsonst fuhr die SP in den vergangenen Tagen eine aufwendige Social Media-Kampagne und rief dabei alle Parteien dazu auf, ihre Angaben zu teilen. Die Jusos und die Grünen reagierten, Ihr anderen habt geschwiegen. Auch dies ist ein Zeichen für sich und eröffnet natürlich Raum für Fragen wie «Was habt Ihr zu verbergen»? oder «Warum wollt Ihr nicht, dass man weiss, woher welche Beiträge in Euer Kässeli fliessen»? Eine Bilanz wird ja dann spätestens bei der Jahresrechnung gezogen, die ja jede Partei zu erstellen hat. Der Wahlkampf 2020 der SP Langenthal kostete gesamthaft Fr. 29’000.00 und es kann uns niemand sagen, dass es nicht interessant und wichtig zu wissen ist, woher dieses Geld in unsere Kasse floss und wie wir dieses Geld einsetzten. Dank dem Reglement wären wir nicht mehr die Einzigen, die transparent sind. Glücklicherweise wissen wir, dass auch die glp Interesse daran hat, mit ihren Zahlen nicht mehr länger «Versteckis» zu spielen. Das Reglement soll ein handliches Tool sein, das einen unbürokrati- schen und effizienten Prozess für die Offenlegung der Finanzierungen ermöglicht. Aufwand und Ertrag werden absolut im Verhältnis stehen, weil der Wert einer fairen Demokratie gar nicht am Preisschild gemessen werden kann. Und damit wir auch noch dies ansprachen; ja, auf nationaler Ebene müssen zukünftig höchstwahrscheinlich Spenden ab Fr. 15’000.00 offengelegt werden. Dies steht aber in keinem Verhältnis zu unserer politischen Tätigkeit hier bei uns in Langenthal und deshalb benötigt Langenthal ein eigenes Reglement, einen eigenen Schwellenwert und eine eigene Transparenz. Merci.

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Rücksichtnahme auf die Vertretung aller Geschlechter, Teil 2

Im Jahr 2019 diskutierte der Langenthaler Stadtrat auf die Überarbeitung des Wahl- und Abstimmungsreglements.

16. September 2019: Antrag zum Wahl- und Abstimmungsreglement

– Art 67. neuer Absatz zwischen Absatz 1 und 2 in Art. 67: 1bis Bei der Zuteilung der Kommissionssitze ist auf die angemessene Vertretung aller Geschlechter Rücksicht zu nehmen. 

– Art. 68 Abs. 3 eine Ergänzung «… geschlagen. Art. 67 Abs. 1bis gilt sinngemäss». 

– Art. 69 Abs. 1 eine Ergänzung «… angemessene Vertretung der Fraktionen und Geschlechter anzustreben».

Die Ergänzungen söue parallel zur GO vom Stadtrot betrachtet wärde. Scho dört heimer «und Geschlechter» ergänzt. Wöus äbeh nid säubstverständlech isch ide Kommisisone aui Gschlächter verträte zgseh, bruchts im Wauh- und Abstimmigsreglemänt genau die Ergänzige. Überlegtnech doch aui mou churz i welere Kommission dassder sit und ob dört aui Gschlächter verträte si und wenn nid, de frogetnech worum?

Es isch übrigens wüsseschaftech beleit, das gschlächtergmischit Gruppe besser schaffe, aus settigi, wo numes einte Gschlächt verträte isch. Me chönt ids säge, jo das sig Ufgab vode Partei zlugehe, dass Froue u Manne glichbedütend fürd Kommissionsarbeit vorschlage wärde, aber i finge das echli fuu u z’eifach öpiss, wo säubstvertsändlech sött si, abers nid isch, nume de Parteie züberloh. Es brucht e Kontroueh, ob die usglichni Verträtig vode Gschlächter, wie jo ou d Fraktione usgliche verträte sötte si, gwährleischdet isch.

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Langenthaler Stadtrat Voten / Anträge

Rücksichtnahme auf die Vertretung aller Geschlechter

Der Stadtrat befasste sich mit der neuen Geschäftsordnung des Stadtrates. Mir war es ein Anliegen, dass bei der Zuteilung von Kommissionssitzen nicht nur auf die angemessene Vertretung aller Fraktionen, sondern auch auf diejenige aller Geschlechter, Rücksicht zu nehmen ist.

24. Juni 2019: Antrag Geschäftsordnung Stadtrat: Art. 27

Gschätzti Kolleginne und Kollege, wärti Awäsendi, füre Artiku Art. 27 schlohni e Ergänzig vor. Nämlech:

Der Stadtrat kann nach Massgabe der Bestimmungen der Stadtverfassung weitere ständige oder nicht ständige Kommissionen einsetzen, wobei auf die Vertretung der im Stadtrat vertretenen Fraktionen und Geschlechter angemessene Rücksicht zu nehmen ist.

Worum?

  1. d’Verträtige vode Gschlächter muess verankeret wärde. Nid nume, wöumer im 21. Johrhundert läbeh, sondern ou wöud Vergangeheit und ou aktuelli Zueständ zeige, dasses nid säubstverständlech isch, das Froue u Manne glichbedütend verträte si ide Kommissione.
  2. Me nimmt agmässnigi Rrücksicht druf, dass dFraktione verträte si. Genauso söume ufd Verträtig vode Gschlächter agmässe Rücksicht näh.
  3. Agmässni Rücksicht isch nids gliche wiene Quote.
  4. Im hüfigste Fau träffemer ufen Ungerverträtig vo Froueh. Gwäuhti Stadtrötinne müessesech dr Verantwortung, Verpflichtung und auch Rechenschaft gegenüber den Wählenden und den Fraktionskolleg*innen bewusst si und sech im ideaufauh äbeh ou für ständigi und nid ständigi Kommisone mäude.
  5. Sötts so wit cho, dass ke einizgi Stadtrötin sech fürne settig Kommission loht lo finge, ou das wider unabhänhig vor Partei, de chas Stadtrotsbüro nochefroge a was das liggi. De chame Stöuig bezieh. Würde nämlech nid au Fraktione verträte si, würdme äuä ou nochefroge us welem Grund, das so sig.
  6. Ou wed Ungerveträtig vomne Gschlächt ire Kommissione meistens das vode Froue isch, göoutet genaus gliche fürd Manne. Wird e Kommission iberufe, us irgendeme Grund nume Froue begeistert und ke Männer verträte si, ou denn müesstme uf die agmässni Verträtige vode Manne poche.
  7. Die agmässni Verträtig vode Gschlächter sött im Intereässe vo aune lige. Nid nume vode Froue, vode Manne oder vo einzelne Parteie. Fürne gueti, gmeinsame, wenn nid sogar besseri Arbeit i däm Rot, isch nid nume die agmässni Verträtig vode Faktione zentrau, sondern äbeh ou vode Gschlächter.
  8. Üses Parlament chasech mitdr Verankerig vor agmässene Verträtig vode Gschlächter am Zitgeist entsprächend positioniere, fortshrittlech, innovativ und vorauem zieufüehrend und nachhautig agiere.