DeBâLe zum Saisonstart

Keller

Am 18.3 spielte die dreiköpfige Frauenband DeBâLe aus Basel im Keller der Sägesser-Stöckli. Mit ihren elfenhaften Singstimmen trugen sie Covers und in einem zweiten Teil eigene Lieder vor. Den Gesang begleiteten sie mit Piano, Gitarre, Cajon, Rassel und Bratsche.
Viele neue Gesichter fanden den Weg ins beschauliche Langenthal und somit in den Keller.
Ein gelungener Saisonstart!

Bei DeBâLe musizieren Stefanie Baltisberger, Nadia Deluca und Sari Leijendekker.

Parallele Zeiten

Gesehen

Gesehen: 6.3.16 im Schlachthaus Theater Bern
Parallele Zeiten/Azaman Al-Muazi von Al-Midan Theatre, Regie: Bashar Murkus

„Existiert ein würdevolles Leben in Gefangenschaft? Haben Gefangene ein Recht auf ein vollwertiges Leben? Dies Fragen thematisiert das palästinensische Al Midan Theater in Parallele Zeit, einem Stück über die Menschenwürde.“http://www.schlachthaus.ch/archiv/detail.php?id=1303

Berührend und beängstigend. Die Schauspieler entführen den Betrachter an einen ihm unbekannten Ort. Das innere einer israelischen Gefängniszelle, der Hofgang und die Besucherräume werden uns auf der immer gleichbleibenden Bühne gezeigt. Das Bühnenbild ändert sich nicht, sondern durch das Öffnen und Schliessen von Türen wurde der Anschein von langen Gängen und hochgezogenen Wänden erweckt.
Mit Schalk und Humor versuchen die Insassen ihre missliche Lage zu meistern. Die Inszenierung trägt viel Witz in sich, scheut aber vor ernsten Momenten nicht zurück. Eine Folterszene wird nur angedeutet. Mit der körperlichen Reaktion der Figur wird die Fantasie des Zuschauers angeregt.
Viele schöne Bilder sind in der Inszenierung zu sehen und die Schauspielerische Leistung überzeugt.

Weiteres:
http://www.derbund.ch/kultur/theater/ich-benoetige-kein-geld-um-zu-sprechen/story/29217514

Black Friday – und andere Lettland-Geschichten

Senf

a2798131-955a-4249-ad3d-f9a943a7c9b5Skurrile Abenteuer und erweiterte Horizonte in der baltischen Provinz:
Erstmals gibt der auf Übersetzungen spezialisierte BaltArt-Verlag ein Werk eines deutschen Autors in der Originalsprache heraus.
Band 9 in der Baltischen Bibliothek im BaltArt-Verlag, Matthias Booschs «Black Friday 
– und andere Lettland-Geschichten», lädt ein zu einer Entdeckungsreise in dieses baltische Land abseits der Touristenströme. 

Zum Buch:
Zwei Diebe, die behaupten von der russischen Mafia zu sein, aber nur den Kühlschrank ausräumen.
Ein hagerer Black-Metal-Fan mit einem weißen Schlappohrkaninchen, der einem gestrandeten Touristen früh morgens Tee serviert, während er ihm Details der baltischen Black-Metal-Szene auseinandersetzt.
Ein neuer Freund, der die Stadtgeschichte mit brennendem Wodka in einem Aschenbecher illustriert.
Es sind meist abseitige, skurrile Begebenheiten, die Autor Matthias Boosch mit satirischem, an Wladimir Kaminer gemahnendem, humorvollem Blick in seinen Lettland-Geschichten erzählt. Dabei wird nicht der Anspruch erhoben, ein politisch korrektes, umfassendes, gar repräsentatives Bild des baltischen Landes widerzugeben. Vielmehr trifft der Ich-Erzähler, ein aus der Zeit gefallener Spät-Hippie auf Selbstfindungstrip, auf originelle Protagonisten, eigentümliche Charaktere und Außenseiter, mit denen er – vorwiegend in der Provinz – allerlei Absurdes, aber auch Anrührendes erlebt.
Unvorbereitet wie er ist, erfährt der junge Deutsche zwar einen Kulturschock, kommt jedoch häufig dank der in Teilen des Baltenvolks verbreiteten Zuhilfenahme von Hochprozentigem mit der Alltagsbewältigung und Völkerverständigung bestens klar.
«Black Friday – und andere Lettland-Geschichten» ermöglicht dem Leser ungewöhnliche Einblicke in ein sich im Umbruch befindliches, verschroben wirkendes Stück altes Europa. Denn wo das tragische postsowjetische Erbe auf neue Freiheiten sowie die Errungenschaften und Ansprüche der Moderne trifft, kann es leicht zu Friktionen und Brüchen kommen – so, wie sie Matthias Boosch in unverwechselbar-lakonischer Sprache schildert.

Der Autor:
Matthias Boosch (*1982) wuchs im hessischen Bischofsheim auf. An der Gutenberg-Universität Mainz studierte er Geschichte und Buchwissenschaft. 2009 erschien im Gonzo-Verlag seine Polit- und Mediensatire «Großtyphien schlägt zurück», in der er sich mit den kriegerische Folgen des 11. Septembers auseinandersetzt.
«Black Friday – und andere Lettland-Geschichten» ist sein zweites Buch. In diesem BaltArt-Band reflektiert Matthias Boosch Erfahrungen und Erlebnisse aus seiner Zeit in der ehemaligen Hansestadt Limbaži, heute eine Kleinstadt im Norden Lettlands, in welcher er 2005/2006 ein Jahr lang lebte.

Auszeichnung:
Für die Lettland-Geschichte «Der Überfall» erhielt Matthias Boosch 2015 den Mainzer 
Literaturförderpreis. 

Das Buch kann direkt beim BaltArt-Verlag (info@baltart.ch) bestellt
oder im Buchhandel bezogen werden.


Matthias Boosch
Black Friday – und andere Lettlandgeschichten
Baltische Bibliothek im BaltArt-Verlag – Band IX
BaltArt GmbH Switzerland, BaltArt-Verlag, Langenthal (Schweiz), 2016

978-3-9524559-0-6

Preis: 17 CHF / 15 € (plus allfällige Versandkosten)