Berlin 15

Reisen

Mit dem Institut für Theaterwissenschaft der Universität Bern besuchte ich im Rahmen eines Seminars das Berliner Theatertreffen im Mai 2015. Wir schauten uns jeden Abend eine Vorstellung an und sprachen am nächsten Tagen ausgiebig darüber. Zudem erhielten wir eine Führung am Deutschen Theater und konnten ein Gespräch mit der Leiterin des Theatertreffens, Yvonne Büdenhölzer, führen. Es war eine sehr spannende aber auch anstrengende Woche und doch konnte ich die eine oder andere Ecke Berlins neu entdecken.

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Streetfoodfestival/Village Market auf dem RAW-Gelände, Warschauerstrasse

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Schloss Charlottenburg

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Tolles Ambiente und Frühstück in der BöseBubenBar in der Marienstrasse, nahe dem Deutschen Theater

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Auf Brecht, beim Berliner Ensemble

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Im 12 Apostell, Abschlussdinner

P.S. Und sollte einen der Durst nach einer Vorstellung im Festspielhaus plagen, so kehre man in die kleine Philharmonie gleich daneben ein.

Serbien 2015

Reisen

In der PfadfinderInnenbewegung besucht man Kurse, sei es um als Leiter oder Leiterin einer Truppe Neues zu lernen oder den persönlichen Fortschritt zu fördern und den Charakter zu stärken. Es ist mehr als nur ein Lager. Theorie und Praxisblöcke wechseln sich ab und sind oft in ein Motto eingebunden der als Roterfaden die Tage verbindet. Ein Kurs dauert meistens 10 Tage. Im Frühling 2015 besuchte ich meinen sechsten Kurs als Teilnehmerin. Dieser Kurs nennt sich Panoramakurs und ist ein Pfadikurs, während beispielsweise der Basiskurs und der Aufbaukurs, welche vorher besucht werden müssen, J&S Kurse sind. Im Panoramakurs treffen sich Pfadileute, um herauszufinden wohin es einen in der Pfadi (noch) zieht, um neue Ideen zu erhalten und für längere Zeit wiedermal nur unter Pfadileuten zu sein und dies ohne auf Kids aufpassen zu sollen.
Der Panoramakurs, den ich besuchte, fand gemeinsam mit serbischen Pfadfindern und Pfadfinderinnen im Tara Nationalpark in Serbien statt. Sie kennen das Kurssystem nicht und haben auch viele andere Unterschiede zu der Schweizer Pfadibewegung. Dies war sehr spannend zu ergründen. Es war toll sich auf Basis einer gemeinsamen Sache austauschen und doch Unterschiede ausmachen zu können. Wir führten viele Gespräche über unsere Organisationsformen, Rituale und Traditionen, Spiele und Lieder. Die serbische Pfadibewegung pflegt beispielsweise noch ältere, militärnahe Formen bei der Aufstellung oder der Begrüssung, in der Schweiz haben wir das so gut wie nicht mehr.
Der Nationalpark Tara ist wunderschön. Wir gelangten mit einem Bus nach einer langen Zugfahrt von Zürich bis Belgrad dorthin. Im Pfadiheim der Izvidjacki Zaovine verbrachten wir 10 Tage, wovon eine Nacht auswärts war im Rahmen des Roverproject. Während diesen zwei Tagen wurden in Gruppen Challenges bewältigt, welche sich die Gruppe selber definierte, um gemeinsam Ziele zu erreichen. Während diesen Tagen sahen wir etwas von der winterlichen Landschaft des Tara Nationalparks, der im Sommer wahrscheinlich gut von einheimischen und ausländischen  Touristen besucht wird.
Wälder, Schnee, dann wieder karge Wiesen wohin das Auge reichte. Uns störte wirklich niemand während unserer Aufenthaltszeit. Der Schnee schmolz nach einige Tagen wieder und die Umgebung gab sich dem Frühling hin. Pünktlich zu unserem Touristday. Wir verbrachten einen Tag bei Touristenattraktionen und lernten etwas mehr von der Historie der Umgebung. Ich versuchte ein bisschen mein Serbisch zu nutzen und machte mir einen Spass daraus, wenn ich etwas Neues lernte und es immer wieder wiederholte.
Wir hatten alle untereinander schnell Freundschaften geschlossen. Ich denke der Panoramakurs ist eine sehr gute Gelegenheit, um sich ohne Druck auszutauschen und zu lernen. In  J&S Kursen schien mir die Priorität immer das Erlernen von Pfaditheorie und Technik zu sein, während im Panoramakurs das Zusammensein an erster Stelle stand. So hatten wir Schweizer Teilnehmenden auch die Freiheit, um eigenständig die Taufe unserer serbischen Freunde und Freundinnen zu organisieren. Sie kennen die Tradition der Pfadinamen nicht und wurden Nachts durch uns eingeweiht und erhielten sogleich ihre eigenen Pfadinamen.
Eine weitere schöne Erinnerung an diese Zeit ist einer der ersten Abende, an dem wir nationale Spezialitäten beider Länder assen und tranken und uns gegenseitig Sketches mit typischen Klischees vorführten. Es war wirklich lustig auch zu sehen, wie einfach Schweizer Geschichten und Arten dargestellt und übermittelt werden können.
Leider verging die Zeit im Tara Nationalpark auch wieder sehr schnell und es hiess Abschied nehmen. Alle hatten voneinander viel gelernt und ich wünsche mir, dass man sich wiedermal über den Weg laufen wird, ob in der Schweiz oder in Serbien.

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Buffet mit verschiedenen Spezialitäten

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Blick aus dem Pfadiheim in Zaovine im Tara Nationalpark

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Während des Roverprojects

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Während des Roverprojects: unsere social Challenge war den einheimischen Girlscouts in Baijna Basta ein Abendessen zu kochen und sie kennenzulernen. Wir durften bei Ihnen im Pfadiheim übernachten. 

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Touristday, im Hintergrund das Pfadiheim in Zaovine im Tara Nationalpark

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Suomi 15

Reisen

Meine Mutter feierte im Januar 2015 ihren 50. Geburtstag. Aus diesem Anlass reisten wir zu zweit nach Finnland zu unserer Familie.
Echter finnischer Winter, dazu gehört: Sauna und danach in den meterhohen Schnee springen, viel Gutes essen, Glögi (finnischer Glühwein) trinken, lange Spaziergänge bei -20°C, sich um 15:00 für ein Nickerchen hinlegen, da es eh schon finster ist, dem Grossvater bei der Malarbeit an einer Ikone zusehen, finnisches Gebäck backen, dem Schneeflockentanz mit dem Blick folgen, mit dem Patenjungen bis es dunkel wird im Schnee Wintertrolle fangen und vieles mehr. Meine Mutter kam zudem in den Genuss zu ihrer Geburtstagsfeier mit einem Motorschneeschlitten chauffiert zu werden. Finnland ist zu jeder Jahreszeit eine Freude und ein Genuss!

 

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Grillhütte

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Richtung Russland

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Koitajoki teils zugefroren

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Kaffee und Würste in der Grillhütte

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Mamas Motorschneeschlittenausfahrt

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Bernstein

Gesehen

Bernstein von Liao Yimei, Regie: Meng Jinghui, Gastspiel der Beijing Young Dramatists Association im Rahmen der internationalen Gastspielreihe „Civil Twilight“, gesehen am 18.11.15, im Schauspielhaus Zürich.

Obwohl ich dem Chinesischen nicht mächtig bin, konnte ich dank den Übersetzungen, die auf Bildschirmen zu sehen waren, der Handlung gut folgen. Ein junger Mann, hält sich für den Besten, kann jedes Mädchen haben verliebt sich dann doch in ein Unscheinbares, welches ihn regelmässig während seines Spitalaufenthalts besucht.
Die Inszenierung war geprägt durch Lichteffekte, stilisierte Bühnenbilder, Tänze und andere Choreos. Für das westliche Auge war es spannend einen Einblick in die asiatische Körperlichkeit und Spielweise zu erhalten.

http://www.schauspielhaus.ch/spielplan/stucke-a-z/619-bernstein

 

 

Hansdampf in allen Gassen

Senf

Im Newsletter der IGSU (IG saubere Umwelt), geschrieben von Pamela Schefer.
Hier abonnieren: http://www.igsu.ch/de/newsletter/

Saima Sägesser: Hansdampf in allen Gassen

 

http://communicators.cmail19.com/t/ViewEmail/i/170D599BCE2FFB1F/D6C8779DF7524AC96A4D01E12DB8921D

Studentin, Regieassistentin, Künstlerin, Köchin, Autorin, Weltenbummlerin, Politikerin, Kulturlokal-Betreiberin und IGSU-Botschafterin: Das alles ist Saima Sägesser. In ihrem «Sägesser-Stöckli» in Langenthal organisiert sie Lesungen, Kunstausstellungen und Schreib-Workshops. Als Studentin der Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte ist sie auch selbst häufig als Malerin und Autorin tätig. Ihre Werke und Erlebnisse hält sie regelmässig auf ihrem Blog fest, wo sie neben künstlerischen auch kulinarische Ideen postet. Als Mitglied der SP Langenthal ist sie auch politisch aktiv. Die Umwelt liegt Saima Sägesser am Herzen. Seit Mai 2014 ist sie deshalb als IGSU-Botschafterin unterwegs und sensibilisiert Passantinnen und Passanten für Littering und Recycling. «Es macht Spass, Menschen auf eine nette Art und Weise auf das Littering-Problem aufmerksam zu machen», erzählt die 22-Jährige. «So wird man häufig in spannende Gespräche verwickelt.» Sehr gefreut hat Saima Sägesser beispielsweise die Reaktion eines Jungen, als sie während einer Pausenaktion einer Gruppe Kindern erklärte, was aus korrekt recycelten PET-Flaschen hergestellt wird: «Er war erstaunt über die Möglichkeiten und meinte ‹Mega cool, das erzähle ich gleich meinen Eltern›.»

Stellenspaltung

Keller, Text

Ein Ergebnis des Kollektivschreibens aus dem Workshop für szenisches Schreiben.

Stellenspaltung – geschrieben von 10000 Affen, einem Stein und zwei Antilopen.

In einem Vorlesungssaal. Zwei Studenten sitzen still und zuhörend da, hinter ihnen stehen ihre jeweiligen Stimmen (A und Baum) und unterhalten sich. Vorne steht ein halber Elefant als Dozent und hält eine Vorlesung über Gentechnik. Die offene Hälfte ist mit Frischhaltefolie vakumiert.

A: Also, zu meiner Zeit hatten wir noch ganze Elefanten!

Baum: Das liegt an der üblen Wirtschaftlage. In Peking haben sie 2100 Fabriken zugemacht, jetzt kann man nur noch die Hälfte produzieren. Die bestehenden Elefanten hat man aus Ressourcenmangel halbieren müssen.

A: Hab gehört seine andere Hälfte referiert nebenan über das Klonen von Regenwürmern.

Der halbe Elefant spricht mit einem Sprechfehler mangels halbem Mund, nuschelt unverständlich vor sich hin.

Studenten schreiben wie wild auf ihren Laptops los, spähen auf die PCs ihres Gegenübers.

Alte Frau von hinten: WAT HAT ES GESAGT?!

Baum: Psst! Ist ja ganz einfach:

Das Licht verändert sich auf dramatische Weise und richtet sich auf Baum.

Baum: Jedes arbeitsfähige Wesen arbeitet heute rund um die Uhr, wenn möglich sogar doppelt. Daher tritt der natürliche Fortpflanzungstrieb in den Hintergrund und fällt in die Hände der Wissenschaft. Jene Leute, die, rund um die Uhr und sogar doppelt im Labor arbeiten, können aber dem Bevölkerungsschwund entgegenhalten, indem sie in Reagenzgläsern menschliche Phöten anpflanzen – wie bei den Williamsbirnen.

A: Ja, ja, genau. Die Reagenzgläser sind aus bestem chinesischen Porzellan hergestellt. Dessen Mikrostruktur dehnt sich mit dem Wachstum des Phötus aus. Später nimmt es die Form des Embryos an. Sobald das Baby alleine lebensfähig ist, wird seine Porzellanfassung von mindestens hundertjährigen Zen-Meistern bemalt, denn die spezielle Zittertechnik ist unabdingbar.

Baum: Die Babies in ihren bemalten Porzellenhüllen können dann in verschiedenen Discounter-Supermärkten bezogen werden. Habe selber schon ein paar gesehen, mir sogar überlegt, ein paar Babies mitzunehmen. Aber bei jeder dieser Gelegenheiten hatte ich Hunger und habe mir stattdessen etwas zu Essen gekauft; ein Brötchen oder einen Salat, für die Gesundheit.

A: Wie dem auch sei, ähm, Traditionsgemäss werden sie nach Kauf an einem Seidenfaden kopfüber aufgehängt und die glücklichen Eltern schlagen mit kleinen Plastikhämmern die bemalte Porzellanhülle kaputt. Dies kann bis zu einem Tag dauern, womit die natürlichen schmerzhaften und andauernden Wehen nachempfunden werden.

Baum: Das frisch herausgebrochene (erbrochen) Baby muss zur Registration bei der städtischen Verwaltungszentrale für Migration, Verkehr und nachhaltige Entwicklung vorgezeigt werden, wo es auf Produktionsmängel untersucht. Als Gütesiegel wird ein Chip am Ohr befestigt. Die Schweiz garantiert die asiatische Herkunft des Produkts. Folglich sind alle Kinder made in China.
Lichtwechsel. Die Sitzung ist längst beendet. Der Elefant hat sich längst mit seiner besseren Hälfte in der Mensa getroffen, um mit ihm dem Sonnenuntergang entgegenzulaufen.

 

Workshop szenisches Schreiben

Keller

Freitag und Samstag Nachmittag (4./5.12.15) arbeiteten Studenten und Studentinnen der Theaterwissenschaft an szenischen Texten. Surreales sowie Realistisches entstand. Die Texte wurden am Samstagabend im Keller dem Publikum vorgetragen. Ein zweiter Anlass in Form des Workshops ist für den Frühling geplant.

Fotos: Gianna Grazioli und Samuel Betschart